{"id":4925,"date":"2012-04-04T00:15:50","date_gmt":"2012-04-03T22:15:50","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=4925"},"modified":"2012-04-04T00:15:50","modified_gmt":"2012-04-03T22:15:50","slug":"ein-paar-gedanken-zur-herdpramie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=4925","title":{"rendered":"Ein paar Gedanken zur &#8222;Herdpr\u00e4mie&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man sich als Paar zu einem Kind durchringt (und &#8222;durchringen&#8220; ist heutzutage angesichts der Belastungen ein zutreffendes Wort), kommt man an einer wichtigen Entscheidung nicht vorbei: soll einer der Partner zuhause bleiben, um das Kind selbst gro\u00dfzuziehen, oder sollen beide weiterarbeiten und das Kind einer \u00f6ffentlichen Einrichtung anvertrauen?<\/p>\n<p>Ich bin keineswegs daf\u00fcr, da\u00df man Frauen wieder an den &#8222;Herd&#8220; zwingt, aber ich bestehe darauf, da\u00df man den Eltern die freie (und zwar eine <em>wirklich<\/em> freie!) Wahl zwischen den beiden M\u00f6glichkeiten gibt.<\/p>\n<p>Diese M\u00f6glichkeiten haben die Eltern inzwischen nicht mehr.<\/p>\n<p><strong>Erstens<\/strong>: durch die vielen sch\u00e4ndlichen und sittenwidrigen Niedrigl\u00f6hne, an denen sich eine gro\u00dfe Zahl von Unternehmen f\u00f6rmlich m\u00e4stet, ist es schon aus finanziellen Gr\u00fcnden in den meisten F\u00e4llen nicht mehr m\u00f6glich, von einem einzigen Gehalt den Unterhalt einer Familie aus Vater, Mutter und Kind zu bestreiten. Oft ist es sogar so, da\u00df beide L\u00f6hne zusammen gerade einmal zum \u00dcberleben reichen.\u00a0 Hier werden die Frauen also in den Beruf <em>gezwungen<\/em>, ob sie es wollen oder nicht. Sie haben keine Wahlfreiheit mehr.<\/p>\n<p><strong>Zweitens<\/strong>: in den letzten Jahren hat sich der ideologische und soziale Druck vor allem auf die Frauen merklich erh\u00f6ht. Die Verachtung von Gr\u00fcnen, Linken und Fortschrittlichen jeder Couleur f\u00fcr eine Rolle, die sie (fast immer herabsetzend) &#8222;Hausfrau&#8220; oder &#8222;Heimchen am Herd&#8220; nennen, hat \u00fcberall ihre Wirkung getan. Wenn eine Mutter oder ein Vater sich entschlie\u00dfen, die Erziehung ihrer Kinder selbst in die Hand zu nehmen, treffen sie meist auf unverhohlene Kritik.<\/p>\n<p>Eine Hausfrau ist so beinahe zu einer Monstrosit\u00e4t geworden.<\/p>\n<p>Die <strong>Argumente<\/strong> sind immer die\u00a0 gleichen:<\/p>\n<p>1)\u00a0 <em>Ein Mensch kann sich nur im Beruf &#8222;verwirklichen&#8220;!<\/em><br \/>\nJa, ist das so? Nat\u00fcrlich gibt es Menschen, die das Gl\u00fcck haben, sich in ihrem Beruf zu verwirklichen. Aber das ist ein eher seltenes Gl\u00fcck &#8211; die Regel ist es wirklich nicht. Bei Lidl oder Rewe an der Kasse zu sitzen, B\u00fcros zu putzen usw. &#8211; das sind doch oft die &#8222;Traumjobs&#8220;, in denen sich Frauen verwirklichen d\u00fcrfen. Wieviel Liebe und Erfahrungen h\u00e4tten sie in dieser Zeit ihren Kindern geben k\u00f6nnen! Statt dessen m\u00fcssen sie sich von Firmen zu Minl\u00f6hnen ausbeuten lassen (und dieses Wort, das ich nicht oft gebrauche, ist hier wirklich am Platz.)<\/p>\n<p>2)\u00a0 <em>Fr\u00fche soziale Kontakte von der Krabbelstube bis zur Kita sind unerl\u00e4\u00dflich f\u00fcr die Kinder! <\/em><br \/>\nSoziale Kontakte sind wichtig, das stimmt &#8211; aber glaubt denn jemand allen Ernstes, da\u00df Eltern, die ihre Kinder selbst erziehen, diese Kontakte unterbinden? Das Gegenteil ist der Fall &#8211; ich jedenfalls habe damals einen gro\u00dfen Teil meiner Zeit damit zugebracht, unsere Kinder von einem Kindergeburtstag zum anderen zu fahren, und viele der Freundschaften bestehen heute noch, obwohl die Kinder schon lange erwachsen sind. Nat\u00fcrlich waren sie auch im Kindergarten, aber am Nachmittag war ich immer f\u00fcr sie da. Das M\u00e4rchen vom sozial verarmten Kind ist also eine dumme und nur ideologisch begr\u00fcndete Verleumdung.<\/p>\n<p>3)\u00a0 <em>Kindern aus schwierigen famili\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen kann nur in staatlichen Einrichtungen geholfen werden!<br \/>\n<\/em>Das bedeutet im Klartext: nur weil unsere Jugend\u00e4mter usw. mit diesem kleinen Prozentsatz an schwierigen Familien nicht zurechtkommen, soll der gro\u00dfen Mehrheit der Eltern die Wahlfreiheit genommen werden? Und \u00fcberhaupt: glaubt man denn allen Ernstes, da\u00df solche Familien, die schon heute ihre Kinder allen Sozialkontakten entziehen<em>, <\/em>es dann nicht mehr tun?<\/p>\n<p>Nein, hier soll auf Biegen und Brechen eine gesellschaftspolitische Ideologie durchgesetzt werden, und ganz und gar nicht, wie naive Menschen denken m\u00f6gen, damit Frauen sich im Beruf verwirklichen k\u00f6nnen, sondern: damit die Unternehmen mit ihren Niedrigl\u00f6hnen f\u00fcr Frauen immer genug Menschenmaterial bekommen. Patrick D\u00f6ring sagt es ganz offen:<\/p>\n<blockquote><p>Wenn wir die Frauenerwerbst\u00e4tigkeit erh\u00f6hen und die R\u00fcckkehr von Frauen in den Beruf erleichtern wollen, sollten wir nicht die Betreuung von Kindern zu Hause verg\u00fcten, sondern den Ausbau von Kita-Pl\u00e4tzen f\u00f6rdern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Da\u00df die Kanzlerin mit ihrer DDR-Sozialisation kein Problem mit Krippen schon f\u00fcr die Kleinsten hat, ist verst\u00e4ndlich. Da\u00df aber gro\u00dfe Teile der CDU ihre Traditionen \u00fcber Bord werfen, ist schlimm. Wenn Gr\u00fcne und Linke jetzt (zusammen mit dem Riesen-Staatsmann Patrick D\u00f6ring) beim Betreuungsgeld von einer <em>Herdpr\u00e4mie<\/em> sprechen, wird sich niemand wundern, sie folgen nur den alten ideologischen Pfaden. Es ist aber mehr als bedauerlich, wenn selbst in der CDU gefordert wird, das Betreuungsgeld zu streichen und die eingesparten Mittel lieber in die Krippen und Kitas zu stecken.<\/p>\n<p>Die Wahlfreiheit der Eltern, die jetzt schon durch die Niedrigl\u00f6hne stark eingeschr\u00e4nkt ist, w\u00e4re dann vollends dahin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sich als Paar zu einem Kind durchringt (und &#8222;durchringen&#8220; ist heutzutage angesichts der Belastungen ein zutreffendes Wort), kommt man an einer wichtigen Entscheidung nicht vorbei: soll einer der Partner zuhause bleiben, um das Kind selbst gro\u00dfzuziehen, oder sollen &hellip; <a href=\"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=4925\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-4925","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4925"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4925\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4939,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4925\/revisions\/4939"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}