{"id":432,"date":"2011-04-20T23:51:44","date_gmt":"2011-04-20T21:51:44","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=432"},"modified":"2011-04-21T08:42:05","modified_gmt":"2011-04-21T06:42:05","slug":"karfreitagstanz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=432","title":{"rendered":"Karfreitagstanz"},"content":{"rendered":"<p>In Frankfurt am Main hat ein Kulturkampf begonnen. Die Spa\u00dfgesellschaft will auch am Karfreitag in Clubs und\u00a0 Discos tanzen, und der Ordnungsdezernent der Stadt, Volker Stein, verbietet es ihnen. Tut er das aus B\u00f6sartigkeit oder Willk\u00fcr? Nein, die Gesetzeslage ist eindeutig: am Karfreitag, dem Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde, sind Tanzveranstaltungen verboten. Nicht an Ostern, wie manche Zeitungen schreiben, da sind nur die Stunden begrenzt.<\/p>\n<p>Ist es wirklich zu viel verlangt, ein oder zwei Tage im Jahr auf das Tanzen zu verzichten? Mein Gott, Ihr k\u00f6nnt doch die restlichen 360 oder 362 Tage tanzen, bis der Arzt kommt! Und: ohne die Kirche, die so &#8222;veraltet&#8220; ist und &#8222;die wirklich nicht mehr in unsere moderne Zeit pa\u00dft&#8220;, h\u00e4ttet Ihr doch fast \u00fcberhaupt keine Feiertage! Auch der Sonntag ist \u00fcbrigens erst durch das Christentum, auf das die <em>fun people <\/em>so lustvoll einschlagen, zum arbeitsfreien Tag geworden.<\/p>\n<p>Ich sehe wirklich nicht ein, warum man diesen geschichts- und kulturlosen Gruppen unserer Gesellschaft auch noch einen unserer h\u00f6chsten Feiertage opfern sollte. Niemand hindert sie daran, bei sich zuhause, wenn sie denn keine kulturellen Hemmungen mehr haben, auch an Karfreitag\u00a0 Party zu machen. Da\u00df sie und die Veranstalter aber auf <em>\u00f6ffentlichen<\/em> Veranstaltungen selbst am Karfreitag bestehen, zeigt, da\u00df es hier um mehr als nur um das Tanzen geht. Hier soll ein Exempel statuiert werden: gegen die Kirche vor allem.<\/p>\n<p>Ein seltsames B\u00fcndnis von Spa\u00dfgesellschaft, atheistischen K\u00e4mpfern und den Vertretern kommerzieller Interessen hat sich da zusammengefunden, um es den Kirchen mal so richtig zu zeigen.<\/p>\n<p>Den kommerziellen Hintergrund kann man schnell abhaken, er liegt auf der Hand: allein in Frankfurt, so der Disco-Besitzer Carlos Streil, f\u00fchre die Einhaltung des Gesetzes zu Verlusten von \u00fcber einer Million Euro. Die Veranstalter haben also in den letzten Jahren sehr gut daran verdient, da\u00df die Beh\u00f6rden gegen ihre Gesetzesverst\u00f6\u00dfe nicht so energisch vorgegangen sind, wie es ihre Pflicht gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Interessanter sind da schon die aggressiv antikirchlichen T\u00f6ne. Den Einwurf, da\u00df wir schlie\u00dflich die meisten Feiertage der Kirche zu verdanken haben, beantwortet Ralf Scheffler, der Chef der <em>Batschkapp<\/em>, in einem F.A.Z.-Interview mit diesem vielsagenden Argument:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\">Ja, und?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Und er erdreistet sich, die wenigen christlichen Zeichen, die uns im Jahresverlauf noch geblieben sind, mit der Diktatur der Mullahs zu vergleichen: es sei &#8222;fast so, als lebten wir im Iran&#8220;. Und weiter:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Christen sind eine Minderheit, und ich sehe nicht ein, wieso ich mich einem Minderheitenprogramm beugen soll.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wir wollen nicht dar\u00fcber streiten, ob die Christen wirklich eine Minderheit sind &#8211; das ist immer auch eine Frage der Definition. Aber ganz sicher ist, da\u00df die Karfreitagst\u00e4nzer eine Minderheit sind, und noch dazu eine ganz, ganz kleine, auch wenn sie im Moment den Mund recht voll nehmen und ihren aggressiven S\u00e4kularismus wie eine Monstranz vor sich hertragen.<\/p>\n<p>Wir sollten nicht dulden, da\u00df sie sich selbstherrlich \u00fcber das Gesetz stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Frankfurt am Main hat ein Kulturkampf begonnen. Die Spa\u00dfgesellschaft will auch am Karfreitag in Clubs und\u00a0 Discos tanzen, und der Ordnungsdezernent der Stadt, Volker Stein, verbietet es ihnen. Tut er das aus B\u00f6sartigkeit oder Willk\u00fcr? 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