{"id":3806,"date":"2012-01-15T00:17:32","date_gmt":"2012-01-14T23:17:32","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=3806"},"modified":"2012-01-15T11:11:14","modified_gmt":"2012-01-15T10:11:14","slug":"ein-wunderbarer-artikel-von-gerhard-stadelmaier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=3806","title":{"rendered":"Ein wunderbarer Artikel von Gerhard Stadelmaier"},"content":{"rendered":"<p>Kennen Sie Gerhard Stadelmaier? Er ist der f\u00fcr das Theater zust\u00e4ndige Redakteur der F.A.Z. &#8211; aber er ist, wie man heute sieht, viel mehr als das.<\/p>\n<p>Stadelmaier ist, was ihn schon ehrt, ein unerm\u00fcdlicher K\u00e4mpfer gegen das heutige Regietheater, das &#8211; statt tief ins Menschliche zu r\u00fchren &#8211; seit Jahrzehnten im armselig Provokanten verharrt und nicht ums <em>Humanum<\/em>, sondern immer wieder ums Urinal-F\u00e4kalische kreist. Er hat sich dadurch die Rage der Regisseure zugezogen, die bis hin zu t\u00e4tlichen Angriffen gegangen ist.<\/p>\n<p>Anders als die bedauernswerten Regisseure, die er zu Recht blo\u00dfstellt, hat Stadelmaier etwas, was ihn wirklich auszeichnet: Wortgewalt. Ob er lobt oder verrei\u00dft &#8211; es ist immer eine intellektuelle Freude, seine Beitr\u00e4ge zu lesen. Sie allein (aber das nur nebenbei) w\u00e4ren schon Grund genug, die <em>Frankfurter Allgemeine<\/em> zu lesen.<\/p>\n<p>Aber heute hat er einen Artikel geschrieben, der zum Besten geh\u00f6rt, was man seit langem in einer Zeitung gelesen hat. Es ist eine Liebeserkl\u00e4rung an einen Politiker &#8211; ja, so etwas gibt es tats\u00e4chlich! Heute hat man, wenn es hochkommt, <em>Respekt<\/em> oder <em>Achtung<\/em> vor dem einen oder anderen unserer Politiker, aber selbst das kommt nur noch selten vor. Aber eine Liebeserkl\u00e4rung?<\/p>\n<p>Der Artikel hei\u00dft <em>Theodor Heuss &#8211; Mein Bundespr\u00e4sident, <\/em>und Sie sollten, wenn es irgendwie geht, so schnell wie m\u00f6glich einen Kiosk suchen, der noch ein Exemplar davon hat.<\/p>\n<p>Und dann sollten Sie das Feuilleton gut aufheben, damit Sie es sp\u00e4ter auch noch Ihren Kindern und Enkeln zeigen k\u00f6nnen. Falls Sie aber kein Exemplar mehr auftreiben, k\u00f6nnen Sie den Artikel immerhin auf den Seiten der <a title=\"F.A.Z.\" href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/theodor-heuss-mein-bundespraesident-11605221.html\">F.A.Z.<\/a> lesen.<\/p>\n<p>Tun Sie es, unbedingt!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat Stadelmaier den Artikel &#8222;aus gegebenem Anla\u00df&#8220; geschrieben &#8211; und jeder Satz dieser Liebeserkl\u00e4rung an &#8222;Papa Heu\u00df&#8220; l\u00e4\u00dft den Verlust aufscheinen, unter dem wir leiden. Wo heute in Amt und W\u00fcrden ein Funktionstr\u00e4ger steht, da war &#8211; immerhin zehn Jahre lang, von 1949 bis 1959 &#8211; ein kluger, gebildeter und (wie alle wirklich Gebildeten) bescheidener Mensch.<\/p>\n<p>Er war ein Segen, schreibt Stadelmaier, und selbst in dieser biblischen Diktion hat er recht.<\/p>\n<p>Leider mu\u00df man \u00fcber sechzig sein, um noch eine pers\u00f6nliche Erinnerung an Heuss zu haben, aber gerade deshalb ist ein Artikel wie der von Stadelmaier auch f\u00fcr die J\u00fcngeren kostbar. Mit ein paar S\u00e4tzen, mit ein paar Erinnerungen und Bildern l\u00e4\u00dft er eine Zeit wiedererstehen, die eben nicht nur die &#8222;Adenauerzeit&#8220;, sondern auch die &#8222;Papa Heu\u00df-Zeit&#8220; war.<\/p>\n<p>Lieber Herr Stadelmaier, es gibt ja leider keinen Nobelpreis f\u00fcr Journalismus, deshalb m\u00f6chten wir Ihnen wenigstens &#8211; in der Mundart des liebenswerten Mannes, \u00fcber den Sie geschrieben haben und mit unser beider Dank f\u00fcr Ihren ganz herausragenden Artikel (auch meine Frau war sehr ger\u00fchrt) &#8211; wir m\u00f6chten Ihnen also, wenn Sie erlauben, unser ganz privates <em>Nobelpreisle <\/em>verleihen.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich freuen wir uns schon auf Ihren n\u00e4chsten Artikel!<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie Gerhard Stadelmaier? Er ist der f\u00fcr das Theater zust\u00e4ndige Redakteur der F.A.Z. &#8211; aber er ist, wie man heute sieht, viel mehr als das. 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