{"id":3477,"date":"2011-12-23T00:06:36","date_gmt":"2011-12-22T23:06:36","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=3477"},"modified":"2011-12-23T00:06:36","modified_gmt":"2011-12-22T23:06:36","slug":"erdoganeshad-und-der-volkermord-an-den-armeniern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=3477","title":{"rendered":"Erdoganeshad und der V\u00f6lkermord an den Armeniern"},"content":{"rendered":"<p>Der t\u00fcrkische Ministerpr\u00e4sident Erdoganeshad, der sein Land in letzter Zeit immer \u00f6fter als Modell f\u00fcr die ganze muslimische Welt anpreist, ist ungehalten. Er ist sogar <em>sehr<\/em> ungehalten!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich geht es wieder um ein Land, das zum &#8222;Christenclub&#8220; geh\u00f6rt, aber diesmal haben wir Gl\u00fcck &#8211; sein Bannstrahl hat Frankreich getroffen, nicht Deutschland. Worum geht es? Es geht wieder einmal um den V\u00f6lkermord an den Armeniern, den die &#8222;patriotischen&#8220; T\u00fcrken bis heute leugnen. Sie stellen sich damit auf eine Stufe mit den Leugnern des Holocaust &#8211; denn beides, der Holocaust und die geplante (und zu einem guten Teil vollzogene) Vernichtung der l\u00e4stigen Armenier, ist nicht diskutabel, es ist tausendfach belegte historische Wahrheit. Aber gerade muslimischen Nationen, das sieht man im \u00fcbrigen nicht nur an der T\u00fcrkei, f\u00e4llt es schwer, mit ihrer Schuld umzugehen. Das h\u00e4ngt auch mit einer archaischen, m\u00e4nnlich gepr\u00e4gten muslimischen Kultur zusammen, in der das Eingest\u00e4ndnis von Fehlern als Schw\u00e4che gilt. Ich jedenfalls bin froh, da\u00df ich einer Religion angeh\u00f6re, f\u00fcr die das Eingest\u00e4ndnis ihrer Schuld zu jedem Gottesdienst geh\u00f6rt. Ein M\u00e4nnlichkeitsgehabe, wie es in vielen muslimischen Nationen an der Tagesordnung ist, hat es im Christentum gottlob nie gegeben.<\/p>\n<p>Frankreich hat jetzt &#8211; und das kann man ihm nicht hoch genug anrechnen &#8211; das Leugnen von Genoziden generell unter Strafe gestellt, und es hat den V\u00f6lkermord an den Armeniern ausdr\u00fccklich einbezogen. Das ist eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, aber der t\u00fcrkische Ministerpr\u00e4sident schnaubt wieder einmal vor Wut und ruft gar seinen Botschafter aus Paris zur\u00fcck. Er ergeht sich in ma\u00dflosen Drohungen. Und er sagt: die T\u00fcrkei sei stolz auf ihre Geschichte. Ist sie also auch stolz auf den V\u00f6lkermord an den Armeniern? Wer so redet, solidarisiert sich, wenn man es genau betrachtet, mit den M\u00f6rdern von 1915-17 statt mit den Opfern.<\/p>\n<p>Das allein w\u00e4re schon Grund genug, der T\u00fcrkei den Beitritt zur EU zu verwehren. Aber die Brutalit\u00e4t des t\u00fcrkischen Regimes hat inzwischen eine neue Dimension erreicht. Wie man in der gestrigen Ausgabe der <a title=\"F.A.Z.\" href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/tuerkische-journalisten-freies-denken-unter-strafe-11575161.html\">F.A.Z.<\/a> nachlesen kann, ist in der T\u00fcrkei zur Zeit eine Verhaftungswelle im Gang, die keine Grenzen kennt. Allein im laufenden Jahr<\/p>\n<blockquote><p>sind schon viertausend Personen verhaftet worden, darunter B\u00fcrgermeister, Abgeordnete, Anw\u00e4lte und B\u00fcrgerrechtler.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie alle sollen Mitglieder der &#8222;Union kurdischer Gemeinschaften&#8220; sein &#8211; allein schon der Verdacht gen\u00fcgt dieser sog. &#8222;Justiz&#8220; f\u00fcr eine Verhaftung. Was haben sie verbrochen?\u00a0 Sie haben etwas f\u00fcr den Erdoganschen Staat Unglaubliches gemacht: sie haben eine Meinung ge\u00e4u\u00dfert, die nicht mit der Auffassung der Staatsf\u00fchrung \u00fcbereinstimmt! Aber h\u00f6ren wir, was die F.A.Z. dazu schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>Die Methoden, mit denen die t\u00fcrkische Regierung, die Armee und Justiz derzeit gegen wirkliche und vermeintliche Sympathisanten vorgehen, lassen sich durch nichts mehr rechtfertigen. Jeder, der sich f\u00fcr die Belange der kurdischen Bev\u00f6lkerung einsetzt, macht sich verd\u00e4chtig &#8211; die Regierung tut ganz einfach so, als sei das Engagement f\u00fcr kurdische Minderheitenrechte gleichbedeutend mit der Unterst\u00fctzung blutiger Gewalt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Unter den Verhafteten sind viele Journalisten, Reporter und Mitarbeiter von Nachrichtenagenturen. Wenn sich dieser Proze\u00df fortsetzt, so die F.A.Z., k\u00f6nnte es bald sein, da\u00df in der T\u00fcrkei mehr Journalisten hinter Gittern seien als auf freiem Fu\u00df. Etwa tausend Verfahren gegen Journalisten sind noch anh\u00e4ngig. Nach t\u00fcrkischem &#8222;Recht&#8220; k\u00f6nnen Festgenommene, wenn eine Terrorverdacht konstruiert wird, bis zu zehn Jahren in Untersuchungshaft gehalten werden.<\/p>\n<p>Diese Regierung mit ihrem gro\u00dfm\u00e4uligen, immerzu emp\u00f6rten Ministerpr\u00e4sidenten, der \u00fcberall in Europa Unfrieden stiftet, ist kein Ruhmesblatt f\u00fcr die T\u00fcrkei. Das Land hat wirklich etwas anderes verdient.<\/p>\n<p>Ein so regierter Staat darf jedenfalls nicht Mitglied der Europ\u00e4ischen Union werden.<\/p>\n<p>NIEMALS!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der t\u00fcrkische Ministerpr\u00e4sident Erdoganeshad, der sein Land in letzter Zeit immer \u00f6fter als Modell f\u00fcr die ganze muslimische Welt anpreist, ist ungehalten. Er ist sogar sehr ungehalten! 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