{"id":22638,"date":"2023-01-24T15:21:36","date_gmt":"2023-01-24T14:21:36","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=22638"},"modified":"2023-01-25T23:59:19","modified_gmt":"2023-01-25T22:59:19","slug":"klimaterroristen-ein-unwort","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=22638","title":{"rendered":"&#8222;Klimaterroristen&#8220; &#8211; ein Unwort?"},"content":{"rendered":"\n<p>Die kleine Gruppe von Menschen, die sich anma\u00dft, einmal im Jahr ein &#8222;Unwort&#8220; zu k\u00fcren, hat sich also f\u00fcr das Wort &#8222;Klimaterroristen&#8220; entschieden. Und zwar, weil es verwendet werde, &#8222;um Aktivisten und deren Proteste f\u00fcr mehr Klimaschutz zu diskreditieren&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer entscheidet eigentlich \u00fcber die Wahl zum Unwort? Es sind seit 2021 immer dieselben: vier Sprachwissenschaftler (Constanze Spie\u00df, Martin Reisigl, Kristin Kuck, David R\u00f6mer)  und eine Journalistin (Alexandra-Katharina K\u00fctemeyer). Wer als j\u00e4hrlich wechselndes kooptiertes Mitglied an dem diesj\u00e4hrigen Beschlu\u00df beteiligt war, habe ich nirgends gefunden. <\/p>\n\n\n\n<p>Sehen wir uns diese Jury etwas genauer an! <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Constanze Spie\u00df<\/strong>, die Sprecherin der Jury, ist Professorin in Marburg. Sie hat u.a. zusammen mit <strong>Martin Reisigl<\/strong>, ebenfalls Jurymitglied (!), ein zweib\u00e4ndiges Werk mit dem Titel &#8222;Sprache und Geschlecht&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Band 2 tr\u00e4gt den Titel &#8222;Sprachliche Praktiken der Geschlechterkonstruktion \u2013 Empirische Studien zur Genderlinguistik&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Geschlechterkonstruktion&#8220;! Nat\u00fcrlich &#8211; Geschlechter gibt&#8217;s ja gar nicht, sie sind soziale Konstrukte. So wie ja auch die Erde eine Scheibe ist. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kristin Kuck<\/strong>, eine Germanistin in Magdeburg und das dritte Mitglied der Jury, sagt auf die Frage, ob das Gendern die deutsche Sprache zerst\u00f6re (<a href=\"https:\/\/www.ovgu.de\/unimagdeburg_media\/Presse\/Bilder\/Publikationen\/uni_report\/2022\/UNI_Report+SoSe+Doppelseiten-p-102682.pdf\">hier <\/a>nachzulesen):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Salopp gesagt ist das f\u00fcr mich Quatsch. Das wurde auch schon \u00fcber die Anglizismen und \u00fcber Jugendsprache gesagt. Solche Aussagen h\u00f6rt man meist von konservativer oder rechter Seite. Das ist etwas, dem ich nicht zu viel Bedeutung beimessen w\u00fcrde. Sprache wandelt sich einfach. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da haben wir wieder das Wiederk\u00e4uen der immergleichen Pseudo-&#8222;Argumente&#8220; aus dem Schatzk\u00e4stlein des Feminismus, wobei bemerkenswert ist, da\u00df dieses Argumentieren, je j\u00fcnger ihre Vertreter sind, immer schlichter wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer fehlt noch aus unserer Jury? <strong>David R\u00f6mer<\/strong>, Professor an der Universit\u00e4t Kassel, der sich vor allem mit der Sprache der Politik und der Verschw\u00f6rungstheoretiker befa\u00dft hat. <strong>Alexandra-Katharina K\u00fctemeyer<\/strong>, die vierte im Bunde, war Journalistin beim <em>Stern <\/em>und der <em>Frankfurter Rundschau<\/em> und pa\u00dft schon dadurch bestens in dieses Quintett.   <\/p>\n\n\n\n<p>Die Jurymitglieder, so schreiben sie selbst auf ihrer Seite, <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>beteiligen sich ehrenamtlich und aus Interesse und verstehen sich als Vermittler:innen \u00f6ffentlichen Unbehagens an bestimmten Sprachgebrauchsweisen, nicht aber \u2013 ein h\u00e4ufiges Missverstehen \u2013 als \u201eSprachsch\u00fctzer:innen\u201c. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ach, liebe Jury, da\u00df Ihr Sprachsch\u00fctzer seid, darauf w\u00e4re bei diesen Lebensl\u00e4ufen ohnehin niemand gekommen. Welchen Netzwerken Ihr Euren Sitz in der Jury verdankt, wei\u00df ich nicht, auch nicht, wer da wen kooptiert hat. Aber eines wei\u00df ich: die Genderlobby arbeitet seit vielen Jahren sehr erfolgreich im Stillen, man schiebt sich gegenseitig Professuren und Beauftragtenposten zu, und das Vokabular (&#8222;Sprache wandelt sich einfach&#8220;)  ist immer und \u00fcberall das gleiche. <\/p>\n\n\n\n<p>Und das Unwort &#8222;Klimaterroristen&#8220;? Wer wie ich Anfang siebzig ist, hat das alles (damals bei der marxistischen Linken) schon einmal erlebt. Erst kommt der &#8222;passive Widerstand&#8220;, mi\u00dfliebige Professoren werden am Betreten des H\u00f6rsaals gehindert, dann kommt die &#8222;Gewalt gegen Sachen&#8220;. An der Sprache der &#8222;Bekennerschreiben&#8220; kann man dann die immer weitergehende Radikalisierung ablesen. In den Auseinandersetzungen um L\u00fctzerath sind Polizisten zum ersten Mal als &#8222;Schweine&#8220; beschimpft worden. Wer da nicht an die terroristische RAF denkt, die genauso klein angefangen hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Es geht nicht darum, die &#8222;Proteste f\u00fcr mehr Klimaschutz zu diskreditieren&#8220;, es geht darum, aus der Geschichte des linken Terrorismus zu lernen, der ganz genauso angefangen hat wie heute die &#8222;Klimaaktivisten&#8220;: es beginnt n\u00e4mlich nicht damit an, da\u00df man &#8222;die Bullenschweine abknallt&#8220;, nein: es f\u00e4ngt mit kleinen Steigerungen an. Am Abfackeln von Autos ist man schon angelangt. Aber &#8222;Unw\u00f6rter&#8220; in dieser sich immer schneller radikalisierenden Szene zu suchen, dazu ist diese Jury (schon aufgrund ihrer Lebensl\u00e4ufe) nicht bereit. Sie sucht und findet ihre &#8222;Unw\u00f6rter&#8220; da, wo sich Menschen der gef\u00e4hrlichen Radikalisierung einer kleinen Minderheit entgegenstellen. F\u00fcr die &#8222;Aktivisten&#8220; und ihre Rechtsbr\u00fcche empfinden sie wom\u00f6glich das, was in der linken Szene der 70er Jahre zu einem <em>wahren <\/em>Unwort geworden ist: eine &#8222;klammheimliche Freude&#8220;.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die kleine Gruppe von Menschen, die sich anma\u00dft, einmal im Jahr ein &#8222;Unwort&#8220; zu k\u00fcren, hat sich also f\u00fcr das Wort &#8222;Klimaterroristen&#8220; entschieden. Und zwar, weil es verwendet werde, &#8222;um Aktivisten und deren Proteste f\u00fcr mehr Klimaschutz zu diskreditieren&#8220;. 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