{"id":22486,"date":"2022-08-09T16:46:04","date_gmt":"2022-08-09T14:46:04","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=22486"},"modified":"2022-08-11T11:43:49","modified_gmt":"2022-08-11T09:43:49","slug":"seid-einig-einig-einig-plauderei-einer-journalistin-der-frankfurter-allgemeinen-sonntagszeitung-mit-einer-gendernden-linguistin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=22486","title":{"rendered":"Seid einig, einig, einig! &#8211; Plauderei einer Journalistin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit einer gendernden Linguistin"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Interview mit dem Titel &#8222;Wir sch\u00fctteln nur den Kopf dar\u00fcber&#8220;, das Novina G\u00f6hlsdorf, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), mit der &#8222;Expertin f\u00fcr Genderlinguistik&#8220; Damaris N\u00fcbling gef\u00fchrt hat (es befindet sich leider schon hinter der Bezahlschranke), sollte man unbedingt bei der Ausbildung zuk\u00fcnftiger Journalistengenerationen ber\u00fccksichtigen. Es zeigt aufs Blamabelste, wie sich eine Interviewerin ohne jede journalistische Distanz zur befragten Person zu einer blo\u00dfen Stichwortgeberin macht.  <\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um den Aufruf von 235 deutschen Sprach- und Literaturwissenschaftlern gegen das Gendern. Schon in den Eingangss\u00e4tzen zum Interview schreibt G\u00f6hlsdorf, es handle sich bei den Unterzeichnern um Menschen, &#8222;die sich &#8230; als studierte Philologen bezeichnen&#8220;. Wer so formuliert, weckt Zweifel. Sind sie wirklich Philologen &#8211; oder &#8222;bezeichnen&#8220; sie sich nur so? Und dann das vernichtende Verdikt: &#8222;Darunter sind bisher rund 28% Frauen.&#8220; Nur 28% Frauen! Skandal\u00f6s! <\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Frage ist schon sehr geschickt formuliert. In den Medien sei die Rede davon, da\u00df die Sprachwissenschaftler gegen das Gendern &#8222;Sturm laufen&#8220;. Fast k\u00f6nne man meinen, sagt die Interviewerin, es handle sich um einen &#8222;Aufschrei der deutschen Lingusitik schlechthin&#8220;. Und scheinheilig fragt sie: &#8222;Ist das so?&#8220; Nat\u00fcrlich nicht, antwortet die Expertin f\u00fcr Genderlinguistik, die gro\u00dfe Mehrheit der Unterzeichner &#8222;hat in der Linguistik nie gearbeitet, nie publiziert&#8220;. Es folgt dieser sch\u00f6ne Dialog:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>G\u00f6hlsdorf: &#8222;Der Aufruf repr\u00e4sentiert Ihre Sicht und die vieler Ihrer Kolleginnen und Kollegen also nicht?&#8220;<br>N\u00fcbling: &#8222;Wir sch\u00fctteln nur den Kopf dar\u00fcber.&#8220; <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dann kommt eine &#8222;Frage&#8220;, die eigentliche schon eine journalistische Bankrotterkl\u00e4rung darstellt. Von den Unterzeichnern, sagt die Interviewerin, scheinen nur 18 Prozent an einer Universit\u00e4t aktiv zu sein, <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>darunter: ein Spezialist f\u00fcr Hindi, ein Gr\u00e4zist, ein psychologischer Spezialist f\u00fcr Suchtforschung, ein Wirtschaftsinformatiker, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Turkistik, ein Experte f\u00fcr aserbaidschanische Dichtung.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und sie fragt wieder scheinheilig:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wie kompetent sind die bei Fragen deutscher Grammatik? <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Genderlinguistin kann ihr Gl\u00fcck \u00fcber so eine &#8222;Frage&#8220; kaum fassen. Sie merkt: die Journalistin und sie sind ein Herz und eine Seele. Sie beschwert sich (allen Ernstes!), da\u00df in dem Aufruf <em>gegen das Gender<\/em>n kein Vertreter der Genderlinguistik vertreten sei und f\u00fcgt, ganz beil\u00e4ufig, hinzu:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Unter den Unterzeichnenden [sic!] sind auch viele Emeriti und Pensionierte. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Kaum Frauen also auf der Liste, und dann auch noch lauter alte M\u00e4nner! Die k\u00f6nnen ja nicht recht haben! Auch die deutsche Linguistik ist n\u00e4mlich jetzt, wie alle Welt, jung und weiblich. Viele der Unterzeichnenden seien noch, sagt sie, &#8222;in einer anderen Zeit gro\u00df geworden&#8220;, in einer &#8222;Linguistik vom Sessel aus&#8220;. Da habe man jetzt andere Anspr\u00fcche: jetzt w\u00fcrden &#8222;riesige Sprachkorpora wie Zeitungen, Wissenschaftstexte, Belletristik, gesprochene Sprache untersucht&#8220;.   <\/p>\n\n\n\n<p>Klar, da kommen die alten emeritierten M\u00e4nner &#8211; mancher Hundertj\u00e4hrige mag dabei sein &#8211; aus dem Staunen nicht heraus. So viele Sprachkorpora! Wie cool ist das denn!<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt sei der ganze Aufruf, sagt N\u00fcbling, &#8222;wenig wissenschaftlich&#8220;. Und schon fragt die FAS-Journalistin eifrig nach: &#8222;Worin zeigt sich das zum Beispiel?&#8220; Und sie bekommt immer die Antworten, um die es ihr offenbar geht. <\/p>\n\n\n\n<p>Das soll gen\u00fcgen. Nur eines noch. Im Aufruf der 235 Wissenschaftler wird der gro\u00dfe deutsche Journalist Hanns Joachim Friedrichs mit dem folgenden Satz zitiert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er \u00fcberall dabei ist, aber nirgendwo dazugeh\u00f6rt.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Frau G\u00f6hlsdorf aber m\u00f6chte unbedingt dazugeh\u00f6ren &#8211; und ist am Ende keine kritische Jounalistin, sondern nur eine bisweilen peinliche Stichwortgeberin. <\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Interview mit dem Titel &#8222;Wir sch\u00fctteln nur den Kopf dar\u00fcber&#8220;, das Novina G\u00f6hlsdorf, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), mit der &#8222;Expertin f\u00fcr Genderlinguistik&#8220; Damaris N\u00fcbling gef\u00fchrt hat (es befindet sich leider schon hinter der Bezahlschranke), sollte man unbedingt &hellip; <a href=\"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=22486\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,9],"tags":[],"class_list":["post-22486","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fernsehen","category-die-deutsche-sprache"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22486"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22486\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22493,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22486\/revisions\/22493"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}