{"id":2193,"date":"2011-09-23T00:07:04","date_gmt":"2011-09-22T22:07:04","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=2193"},"modified":"2011-09-23T10:25:10","modified_gmt":"2011-09-23T08:25:10","slug":"lets-talk-about-sex","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=2193","title":{"rendered":"Let&#8217;s talk about sex!"},"content":{"rendered":"<p><em>Stern Online<\/em> hat extra einen Live-Ticker zum Papstbesuch eingerichtet. Wei\u00df der Himmel, warum &#8211; denn eigentlich, so hat man doch gestern auf derselben Seite lesen k\u00f6nnen, nimmt den Papst niemand mehr ernst.<\/p>\n<p>Heute erfahren wir auf <em>stern.de<\/em> zun\u00e4chst Vertrautes: &#8222;Schwule machen mobil gegen Benedikt XVI.&#8220; Und Hans Peter Sch\u00fctz, der sonst \u00fcber den &#8222;Tratsch hinter den Kulissen des politischen Berlins&#8220; berichtet, ist emp\u00f6rt, &#8222;wie sich deutsche Parteien von der katholischen Kirche ma\u00dfregeln lassen&#8220; &#8211; obwohl: ein neutraler Beobachter k\u00f6nnte viel eher den Eindruck haben, da\u00df umgekehrt die katholische Kirche von den deutschen Parteien und Medien gema\u00dfregelt wird.<\/p>\n<p>Sch\u00fctz jedenfalls nennt Benedikts Rede vor dem Bundestag, noch ehe sie gehalten wurde, eine &#8222;PR-Aktion f\u00fcr die katholische Kirche&#8220;, und er hat gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis und einen &#8222;hohen Respekt&#8220; f\u00fcr die Abgeordneten, die den Papstrede fernbleiben wollen.<\/p>\n<blockquote><p>Der Staat darf mich zu keinerlei religi\u00f6sen Handlung verpflichten. Etwa zur Papst-Verehrung im Bundestag.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das mu\u00dfte wirklich einmal gesagt werden, denn jeder, der Benedikt kennt, wei\u00df ja, da\u00df ihm nichts mehr am Herzen liegt, als von den deutschen Bundestagsabgeordneten angebetet zu werden! Dann gibt&#8217;s Sch\u00fctz der Kirche aber richtig: Kreuze in den Klassenzimmern, das &#8222;sonnt\u00e4gliche Glockenl\u00e4uten&#8220;, Steuergelder f\u00fcr die Kirche usw. usf. Das alles gipfelt dann unter dem Zwischentitel &#8222;Zwangsjacke Religion&#8220; in folgenden S\u00e4tzen:<\/p>\n<blockquote><p>Unsere Gesellschaft hat sich m\u00fchsam von der Religion als gesellschaftlicher Verpflichtung befreit. Wer will freiwillig in diese Zwangsjacke zur\u00fcck?<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber schauen wir einfach mal, was die <em>Stern<\/em>-Journalisten in ihrem Live-Ticker so alles erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Es f\u00e4ngt schon damit an, da\u00df der Papst aus dem Flugzeug steigt.<\/p>\n<blockquote><p>Der Sprecher im Fernsehen behauptet, dass das Oberhaupt der katholischen Kirche l\u00e4chelt, mit Sicherheit l\u00e4sst sich das aber nicht sagen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Daraus macht der <em>Stern<\/em> die \u00dcberschrift: &#8222;Der Papst ringt um ein L\u00e4cheln.&#8220;<\/p>\n<p>Bei der Begr\u00fc\u00dfung durch die deutschen Gastgeber wird der Papst dann &#8222;beide Augen fest zudr\u00fccken m\u00fcssen&#8220;, denn unser Bundespr\u00e4sident ist katholisch, aber wiederverheiratet, die Kanzlerin ist gar eine Protestantin! Der Papst k\u00f6nnte sogar, meint der <em>Stern<\/em> (ach, was sind wir lustig!)<\/p>\n<blockquote><p>den bekennenden Homosexuellen Westerwelle sowie Berlins Regierenden B\u00fcrgermeister Klaus Wowereit direkt zur Enthaltsamkeit auffordern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Um 11.15 trifft Benedikt auf Schlo\u00df Bellevue ein, und der <em>Stern<\/em> beobachtet die Szene genau: &#8222;Die Soutane fliegt.&#8220;<\/p>\n<p>In seiner ersten Rede sagt der Papst, er sei gekommen, um &#8222;mit den Menschen \u00fcber Gott zu reden&#8220;. Auch da sieht man wieder, wie starrsinnig der alte Mann ist, will er doch partout nicht \u00fcber das reden, was Deutschland wirklich bewegt: Schwule, Lesben und Kondome.<\/p>\n<p>Um 12.50 ein weiterer H\u00f6hepunkt im Live-Ticker von <em>Stern Online<\/em>: der Linken-Abgeordnete Jan Korte lehnt die Papstrede ab. Warum tut er das? Nat\u00fcrlich: der Abgeordnete &#8222;spricht sich gegen die Haltung der Kirche zu Kondomen aus&#8220;. Das Kondom scheint inzwischen der geistige Dreh- und Angelpunkt des fortschrittlichen Berliners zu sein. Ohne Kondom l\u00e4uft bei politischen Stellungnahmen gar nix mehr.<\/p>\n<p>Um 13.20 berichtet unsere Kanzlerin \u00fcber ihr Gespr\u00e4ch mit dem Papst. Sie habe deutlich gemacht, sagt sie \u00fcber sich selbst, da\u00df die europ\u00e4ische Einigung &#8222;Wohlstand, Demokratie und Freiheit&#8220; bedeute. Sogar \u00fcber die &#8222;Finanzm\u00e4rkte&#8220; habe sie mit Benedikt gesprochen.<\/p>\n<p>Dann &#8211; unter der \u00dcberschrift &#8222;Mahlzeit, Heiliger Vater!&#8220; &#8211; die wichtigste Info des Tages: der Papst speist zu Mittag.<\/p>\n<blockquote><p>Zu essen gibt es Saibling und Amalfizitrone mit Mandelstaub sowie Rinderbrust mit Rosmarin und Gartenbohnen. Als Dessert: Halbfl\u00fcssiger Frankfurter Pudding mit Haselnuss und Sauerampfereis.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dann kommt Benedikts Rede im Bundestag. Sie scheint nicht wenige Abgeordnete an die Grenzen ihrer Aufnahmef\u00e4higkeit gebracht zu haben. Der <em>Stern<\/em> zitiert einen &#8222;ratlosen Fernsehkommentator&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p>Das war schwere Kost.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was der <em>Stern<\/em> selbst an der Rede vermi\u00dft hat, liegt auf der Hand:<\/p>\n<blockquote><p>Viele Themen, die insbesondere den Laien in der Kirche auf den N\u00e4geln brennen, hat Benedikt XVI. nicht angesprochen. Kein Wort zur \u00d6kumene, nichts zum Z\u00f6libat, kein Wort zur Diskussion um weibliche Priester oder die Haltung der Kirche zu sexuellen Themen.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Let&#8217;s talk about sex<\/em> &#8211; das scheint die ganze Welt dem armen Papst zuzurufen. Aber, starrsinnig wie er nun einmal ist, entgegnet er freundlich: <em>Let&#8217;s talk about God.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stern Online hat extra einen Live-Ticker zum Papstbesuch eingerichtet. 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