{"id":21672,"date":"2021-08-18T01:22:40","date_gmt":"2021-08-17T23:22:40","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=21672"},"modified":"2021-08-18T01:22:40","modified_gmt":"2021-08-17T23:22:40","slug":"armes-curry","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=21672","title":{"rendered":"Armes Curry"},"content":{"rendered":"\n<p>Die 27j\u00e4hrige indischst\u00e4mmige Foodbloggerin Chaheti Bansal aus Kalifornien sorgt f\u00fcr Aufsehen, ihr Name geht durch alle Medien. Warum? Weil sie ihr Lieblingsthema, die indische K\u00fcche, mit dem modernen Zeitgeist verbindet, der in den USA gerade besonders st\u00fcrmisch weht. Sie schreibt (<a href=\"https:\/\/www.rtl.de\/cms\/foodbloggerin-chaheti-bansal-sorgt-mit-ihrer-aussage-das-wort-curry-ist-rassistisch-fuer-diskussion-4810834.html\">hier<\/a> nachzulesen): <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Es gibt ein Sprichwort, dass sich das Essen in Indien alle 100 km \u00e4ndert, und dennoch verwenden wir immer noch diesen Oberbegriff, der von Wei\u00dfen popul\u00e4r gemacht wird, die sich nicht die M\u00fche machen konnten, die tats\u00e4chlichen Namen unserer Gerichte zu erfahren.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was sie dann in Interviews nachgeschoben hat &#8211; die indische K\u00fcche sei so vielf\u00e4ltig, da\u00df man sie doch nicht unter dem Oberbegriff &#8222;Curry&#8220; zusammenfassen k\u00f6nne usw. &#8211; das alles ist zwar richtig, aber damit h\u00e4tte sie kaum Aufsehen erregt, und <em>NBC Asian America<\/em> h\u00e4tte sie auch niemals zum Interview eingeladen. Erst ihre Aussage, das Wort Curry sei &#8222;von Wei\u00dfen popul\u00e4r gemacht&#8220; worden, noch dazu von Wei\u00dfen, die sich nicht einmal die M\u00fche gemacht h\u00e4tten, die &#8222;tats\u00e4chlichen Namen&#8220; der Gerichte zu erfahren, hat sie in die Schlagzeilen gebracht. <\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnte es nicht sein, da\u00df die Namen f\u00fcr europ\u00e4ische Ohren so fremd und unaussprechlich waren, da\u00df man sie durch einfacher klingende ersetzt hat? Ist das nicht immer und \u00fcberall, bei allen V\u00f6lkern, so gewesen? Ich k\u00f6nnte mir, mit Verlaub, sogar vorstellen, da\u00df man in Indien auch nicht alle \u00f6sterreichischen Mehlspeisen, wenn man sie denn \u00fcberhaupt kennt, mit ihrem korrekten Namen bezeichnet. Oder irre ich mich da? Was mich aber am meisten \u00e4rgert: mu\u00df man denn heutzutage immerfort und \u00fcberall Kolonialismus und Rassismus wittern? &#8222;Die Wei\u00dfen&#8220;, liebe Frau Bansal, gibt es genausowenig, wie es &#8222;die Inder&#8220; gibt. <\/p>\n\n\n\n<p>Nicht einmal eine wirklich weitgereiste Autorin wie die US-Schriftstellerin Mimi Sheraton, die sogar ein Buch \u00fcber die deutsche K\u00fcche geschrieben hat, war in der Lage, alle deutschen Gerichte richtig zu buchstabieren, sie hat sogar Fantasienamen wie das <em>Mauerl\u00f6werlei <\/em>verwendet. Ich habe <a href=\"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=21469\">an dieser Stelle<\/a> dar\u00fcber berichtet. Und da sollen wir alle indischen Namen kennen?  <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt kaum etwas, das die Menschen mehr verbinden kann als das Essen. Wir haben von vielen Urlauben Rezepte mitgebracht, die heute in unserem Familienkochbuch stehen: aus Griechenland, Italien und Spanien, aus den Niederlanden (Poffertjes!), aus der T\u00fcrkei und dem Orient mit ihren herrlichen Gew\u00fcrzen &#8211; und, ja, auch ein indisches Gericht ist dabei. Essen zu kochen und miteinander zu genie\u00dfen, das sollte uns verbinden. Wen interessiert es, ob der Name eines Gerichts von &#8222;den Wei\u00dfen&#8220; oder sonst jemand stammt?<\/p>\n\n\n\n<p>Mich jedenfalls nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 27j\u00e4hrige indischst\u00e4mmige Foodbloggerin Chaheti Bansal aus Kalifornien sorgt f\u00fcr Aufsehen, ihr Name geht durch alle Medien. Warum? Weil sie ihr Lieblingsthema, die indische K\u00fcche, mit dem modernen Zeitgeist verbindet, der in den USA gerade besonders st\u00fcrmisch weht. 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