{"id":21383,"date":"2021-07-05T15:18:33","date_gmt":"2021-07-05T13:18:33","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=21383"},"modified":"2021-07-08T16:06:15","modified_gmt":"2021-07-08T14:06:15","slug":"schorle-was-ist-das-eigentlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=21383","title":{"rendered":"Schorle &#8211; was ist das eigentlich?"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt, wo man endlich wieder einkehren und im Biergarten ein Kaltgetr\u00e4nk zu sich nehmen darf, ist die &#8222;Schorle&#8220; wieder (buchst\u00e4blich) in aller Munde. Aber was ist eine Schorle &#8211; und wo kommt das Wort her?<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Duden handelt es sich bei der Schorle um ein<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Getr\u00e4nk aus mit Mineralwasser gemischtem Wein oder [Apfel]saft.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Als Beispiele nennt er <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>(landschaftlich) saure Schorle <em>(mit Mineralwasser verd\u00fcnnter Wein oder Apfelsaft)<\/em><br>(landschaftlich) s\u00fc\u00dfe Schorle <em>(mit Limonade gemischter Wein oder Apfelsaft)<\/em>.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt der Mischgetr\u00e4nke, die man zur Zeit im Biergarten bestellen kann. Gehen wir einmal die beliebtesten dieser Getr\u00e4nke durch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mischgetr\u00e4nke mit Wein<\/strong><br><em>Weinschorle <\/em>ist eine Mischung aus Wein und Mineralwasser. Man kann den Wein aber auch s\u00fc\u00df (mit Zitronenlimonade) oder sauer (mit saurem Mineralwasser) trinken. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mischgetr\u00e4nke mit Apfelwein<\/strong><br>Wer &#8211; vor allem in Hessen &#8211; den Apfelwein nicht pur trinken will, mischt ihn mit Limonade, dann wird er ein S\u00fc\u00dfgespritzter, oder mit Mineralwasser, dann ist es ein Sauergespritzter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mischgetr\u00e4nke mit Bier<\/strong><br>Die sind ebenfalls sehr beliebt, bei ihnen spricht man aber nicht von Schorle. Viele Namen sind nur regional verbreitet, andere kennt man inzwischen fast \u00fcberall. Zum Beispiel Radler (Bier und Limonade), Diesel (Bier und Cola) oder Russ (Weizenbier und Zitronenlimonade).<br><br>Aber woher kommt jetzt das Wort Schorle?<\/p>\n\n\n\n<p>Der heutige Online-Duden h\u00e4lt sich da heraus und sagt kurz und b\u00fcndig: &#8222;Herkunft ungekl\u00e4rt&#8220;. Im Etymologie-Duden ist es 1989 noch wortreicher zugegangen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Laut <em>Duden-Herkunftsw\u00f6rterbuch<\/em> ist das Wort <em>Schorlemorle<\/em> eine seit dem 18. Jahrhundert zuerst als <em>Schurlemurle<\/em> in Niederbayern bezeugte Bezeichnung f\u00fcr ein Mischgetr\u00e4nk aus Wein und Mineralwasser. Die Herkunft des Wortes ist ungewiss; es handelt sich vielleicht um eine sprachspielerische Bildung, \u00e4hnlich wie die schon f\u00fcr das 16. Jahrhundert bezeugten Bezeichnungen f\u00fcr Bier <em>scormorrium<\/em> in M\u00fcnster und <em>Murlepuff<\/em> in Stra\u00dfburg. Das in S\u00fcddeutschland seit dem 16. Jahrhundert bezeugte <em>Schurimuri<\/em> (\u201eaufgeregter, hektischer Mensch\u201c) und das \u00e4ltere niederdeutsche <em>Schurrmurr<\/em> (\u201eMischmasch\u201c) k\u00f6nnten damit verwandt sein.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Im &#8222;Kluge&#8220;, dem<em> Etymologischen W\u00f6rterbuch der deutschen Sprache<\/em>, hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Schorlemorle f.\/n., heute meist Schorle f. (18. Jh.). Bezeugt in verschiedenen Abwandlungen. Zugrunde liegt wohl mundartliches (wobd.) schuren (&#8217;sprudeln&#8216;) mit Anpassungen nach allen Seiten.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das <em>Kleine Konversationslexikon <\/em>von Brockhaus (1906) definiert das Getr\u00e4nk so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Schorlemorle (Schurlemurle), Getr\u00e4nk aus Wei\u00dfwein, Selterswasser, Zucker und Zitrone.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Also, halten wir fest: schon um 1740 nannte man in Franken ein Mischgetr\u00e4nk aus Wein und Mineralwasser &#8222;Schurlemurle&#8220;. Daraus ist wohl erst Schorlemorle und dann das heutige Wort &#8222;Schorle&#8220; entstanden.   <\/p>\n\n\n\n<p>PS:  Wer den Band &#8222;Reklame &#8211; Produktwerbung im Plakat 1890-1918&#8220; (DB 104) der leider schon lange eingestellten Digitalen Bibliothek besitzt, findet dort ein Reklameplakat aus dem Jahr 1918, auf dem zu sehen ist, wie eine elegante Dame ihre Schorle schl\u00fcrft. Der Text lautet: &#8222;Wein-Schorle &#8211; HERGESTELLT AUS PRIMA PF\u00c4LZER WEISSWEIN&#8220;. Auch in einer Dichtung von Max Dauthendey (B\u00e4nkelsang vom Balzer auf der Balz, M\u00fcnchen 1904) wird der &#8222;Schorle Morle&#8220; erw\u00e4hnt. Und im &#8222;Fachbuch f\u00fcr Kellner&#8220; (Leipzig 1962) hei\u00dft es zur Schorle: &#8222;Sie wird aus Wei\u00df- oder Rotwein mit Selterswasser hergestellt und dann als Schorle wei\u00df oder Schorle rot an den warmen Sommertagen als erfrischendes Getr\u00e4nk von unseren G\u00e4sten gern getrunken.&#8220; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt, wo man endlich wieder einkehren und im Biergarten ein Kaltgetr\u00e4nk zu sich nehmen darf, ist die &#8222;Schorle&#8220; wieder (buchst\u00e4blich) in aller Munde. Aber was ist eine Schorle &#8211; und wo kommt das Wort her? 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