{"id":20283,"date":"2020-10-21T13:44:00","date_gmt":"2020-10-21T11:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=20283"},"modified":"2020-10-21T13:53:48","modified_gmt":"2020-10-21T11:53:48","slug":"frau-und-mutter-weg-damit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=20283","title":{"rendered":"&#8222;Frau und Mutter&#8220;? Weg damit!"},"content":{"rendered":"\n<p>Die &#8222;Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands&#8220; (kfd) hat ihre Mitgliederzeitschrift umbenannt. Hie\u00df sie seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 1909 als Zeitschrift der christlichen M\u00fcttervereine &#8222;Die Mutter&#8220; und von 2031 an &#8222;Frau und Mutter&#8220;, so soll sie vom Januar 2021 an &#8222;Junia&#8220; hei\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Junia war &#8211; sagen wir es einmal ganz vorsichtig &#8211; eine in der Bibel genannte Person. In der revidierten Lutherbibel von 2017 hei\u00dft die Stelle im R\u00f6merbrief 16,7 so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Gr\u00fc\u00dft den Andronikus und <strong>die Junia<\/strong>, meine Stammverwandten und Mitgefangenen, die ber\u00fchmt sind unter den Aposteln und vor mir in Christus gewesen sind. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>In der Lutherbibel von 1912 hie\u00df es noch:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Gr\u00fc\u00dfet den Andronikus und <strong>den Junias<\/strong>, meine Gefreundeten und meine Mitgefangenen, welche sind ber\u00fchmte Apostel und vor mir gewesen in Christo.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Sehen Sie den Unterschied? Paulus l\u00e4\u00dft einmal &#8222;die Junia&#8220;, ein andermal &#8222;den Junias&#8220; gr\u00fc\u00dfen. Die Textkritik besch\u00e4ftigt sich seit Jahrzehnten mit dieser Stelle, ohne da\u00df sie mit Gewi\u00dfheit sagen kann, ob die gegr\u00fc\u00dfte Person nun ein Mann oder eine Frau war. Vieles spricht daf\u00fcr, da\u00df eine Frau gemeint war: etwa, da\u00df Junia als weiblicher Vorname nachgewiesen ist, der m\u00e4nnliche Vorname Junias aber nicht. In den Textausgaben des Neuen Testaments hat man lange geschwankt, inzwischen findet sich aber immer \u00f6fter die weibliche Form. Einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr, der denn doch wieder zu denken gibt, findet sich im &#8222;Wissenschaftlichen Bibellexikon im Internet&#8220; (hier nachzulesen):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Feministische Exegese und theologische Frauenforschung in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts &#8230; hatten den Boden f\u00fcr diese Entwicklung bereitet.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wenn man sieht, wie bedenkenlos die &#8222;feministische Exegese&#8220; in der &#8222;Bibel in gerechter Sprache&#8220; mit dem Bibeltext umgegangen ist, sollte man auch in diesem Fall etwas vorsichtiger urteilen. Die ideologische Absicht tr\u00fcbt oft den Blick f\u00fcr die Wirklichkeit. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber mir geht es weniger um den neuen als um den alten, nun entsorgten Namen der Zeitschrift: &#8222;Frau und Mutter&#8220;. Auch da scheint ein neuer, feministischer Wind zu wehen. Und zu diesem Wind, der (mit politischem und medialem Beistand) inzwischen die kleinste Redaktion und den letzten Dorfb\u00fcrgermeister erreicht hat, geh\u00f6rt es, da\u00df man zwar das Wort &#8222;Frau&#8220; noch aussprechen darf (wenn auch mit Bauchgrimmen, denn eigentlich soll man ja neuerdings &#8222;Person, die menstruiert&#8220; sagen), aber &#8222;Mutter&#8220; &#8211; das geht gar nicht. &#8222;Mutter&#8220; ist ein Unwort. Da\u00df eine Frau Mutter wird, haftet wie ein Makel an ihr, denn sie erf\u00fcllt damit ein &#8222;altes, \u00fcberholtes Rollenbild&#8220;. Mutter zu sein &#8211; und das wom\u00f6glich auch noch gern und mit Freude an der Sache! &#8211; ist die Fortsetzung der Unterjochung der Frau durch den Mann. Statt sich selbst zu verwirklichen und die Aufzucht der Kinder professionellen Erzieherinnen zu \u00fcberlassen, stellt sie sich als Heimchen an den Herd und bem\u00fcht sich (man h\u00f6re und staune!), ihre Kinder zu klugen und friedlichen Gliedern der Gesellschaft zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Junia Mutter war, wei\u00df man nicht &#8211; man wei\u00df ja nicht einmal mit Sicherheit, ob sie Mann oder Frau war. Aber das ist ja wurscht in einer Zeit, wo schon Kindern erz\u00e4hlt wird, da\u00df sie \u00fcber ihr Geschlecht frei entscheiden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das glauben Sie nicht? Es ist ja auch unglaublich. Aber in den USA ist es fast schon Realit\u00e4t. Ich werde demn\u00e4chst dar\u00fcber berichten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &#8222;Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands&#8220; (kfd) hat ihre Mitgliederzeitschrift umbenannt. 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