{"id":19962,"date":"2020-07-14T17:18:31","date_gmt":"2020-07-14T15:18:31","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=19962"},"modified":"2021-08-07T16:46:00","modified_gmt":"2021-08-07T14:46:00","slug":"wenn-ich-mal-gross-bin-werde-ich-transkultureller-trainer-fuer-kritische-weissseinsreflexion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=19962","title":{"rendered":"Wenn ich mal gro\u00df bin, werde ich transkultureller Trainer f\u00fcr kritische Wei\u00dfseinsreflexion!"},"content":{"rendered":"\n<p>Kennen Sie Peggy Piesche? Nein? Dabei gilt Frau Piesche doch als &#8222;eine der bekanntesten Stimmen schwarzer Frauen in Deutschland&#8220;! Das behauptet jedenfalls die Wikipedia, der man &#8211; nicht in allen Artikeln, aber insgesamt doch immer h\u00e4ufiger &#8211; ansieht, da\u00df sie sich inzwischen von einer neutralen Darstellung der Dinge abgekehrt hat, um dem politischen Zeigeist zu fr\u00f6nen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Seite der <em>Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung<\/em> liest man \u00fcber Peggy Piesche folgendes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Peggy Piesche, geboren und aufgewachsen in der DDR, ist eine Schwarze deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Nach langj\u00e4hrigen Lehrt\u00e4tigkeiten in den Niederlanden (Universit\u00e4t Utrecht) und den USA (Vassar College und Hamilton College \/ NY), arbeitete sie bis 2016 an der Academy of Advanced African Studies (Universit\u00e4t Bayreuth) mit dem Forschungsschwerpunkt &#8222;Zukunftskonzeptionen in Afrika und der Diaspora&#8220;.<\/p><p>Ihre Forschungs- und Lehrt\u00e4tigkeit liegt in den Feldern und jeweiligen Schnittstellen von Black Feminist Studies und Critical Race Studies, Diaspora und Translokalit\u00e4t, Performativit\u00e4t von Erinnerungskulturen (Spatiality and Coloniality of Memories) sowie Whiteness Studies. Sie publizierte zu Rassifizierungen und Schwarzen Images, Kolonialgeschichte und kollektiver Erinnerung sowie Afrofuturismus und Afrikanisch\/Diapsorischen Zukunftsentw\u00fcrfen. Sie ist au\u00dferdem transkulturelle Trainerin f\u00fcr kritische Wei\u00dfseinsreflexion in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wer wissen will, wie aus dem Nichts ein Etwas entsteht, mu\u00df nur diesen Lebenslauf lesen. Und wer lernen will, wie schnell aus einer \u00fcber viele Jahre seri\u00f6sen, ausgewogen berichtenden Publikation wie den <em>Informationen zur politischen Bildung<\/em> eine Plattform f\u00fcr linke, gr\u00fcne und feministische Aktivisten werden kann, der nehme das Heft 342 zur Hand: schon dessen Titel, &#8222;Geschlechterdemokratie&#8220;, zeigt deutlich, da\u00df hier Wissenschaftlichkeit durch Ideologie und politische Bevormundung ersetzt wird. Das ist umso bedenklicher, als die <em>Informationen zur politischen Bildung<\/em>, wie auf ihrer Internetseite zu lesen ist, &#8222;vorrangig f\u00fcr den politischen Unterricht an Schulen bestimmt&#8220; sind. Der Indoktrination unserer Sch\u00fcler sind dann, wenn nicht die Lehrer entschieden dagegenarbeiten, keine Grenzen mehr gesetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie es fr\u00fcher einen &#8222;milit\u00e4risch-industriellen Komplex&#8220; gab, so gibt es heute einen immer besser vernetzten &#8222;links-gr\u00fcn-feministischen Komplex&#8220;, der den ber\u00fcchtigten &#8222;Gang durch die Institutionen&#8220; schneller und weit effektiver geschafft hat als die 68er, denen ein \u00e4hnlicher Plan nachgesagt wird. Da der neue Komplex mit den Gr\u00fcnen und gro\u00dfen Teilen von SPD und der Linken \u00fcber einen m\u00e4chtigen &#8222;politischen Arm&#8220; in St\u00e4dten und Gemeinden, in den L\u00e4ndern und damit im Bundesrat verf\u00fcgt und obendrein l\u00e4ngst in vielen Medien und Organisationen zu einer dominierenden Kraft geworden ist, kann man jetzt auch bei uns wie in einem Brennglas beobachten, wie der demokratische Diskurs durch vorgefa\u00dfte ideologische Positionen ersetzt wird. Wer sich als Andersdenkender den zementierten Vorgaben &#8211; etwa zu &#8222;Kolonialismus&#8220;, &#8222;Rassismus&#8220;, Stra\u00dfenumbenennungen und Geschichtsf\u00e4lschungen jeder Art &#8211; widersetzt, hat bei Stellenbesetzungen keine Chance mehr. Schon der Verzicht darauf, in der Bewerbung die feministisch verschandelte Sprache (die schlimmste Form des zeitgen\u00f6ssischen <em>newspeak<\/em>) zu verwenden, schlie\u00dft einen Bewerber aus. Es herrscht eine (in den USA \u00fcbrigens noch viel weiter fortgeschrittene) Einf\u00f6rmigkeit des Geistes, die statt auf Differenzierung und Meinungsstreit auf gesetzten, nicht mehr hinterfragten Vorgaben beruht. Man ertr\u00e4gt andere Meinungen nicht mehr, und wer es wagen sollte, die &#8222;kritische Wei\u00dfseinsreflexion&#8220; f\u00fcr das zu halten, was sie ist, n\u00e4mlich ein ideologisch und sprachlich aufgebl\u00e4htes Nichts, kann sicher sein, da\u00df er zu keiner Podiumsdiskussion mehr eingeladen wird. Solche F\u00e4lle sind auch hier, an der Frankfurter Universit\u00e4t, die den Namen Goethes tr\u00e4gt, aktenkundig geworden. Universit\u00e4tsleitungen knicken auch in Deutschland reihenweise ein, wenn Asta und Studentenschaft mit Blockaden drohen, um einem Andersdenkenden das Rederecht zu verweigern. Es ist eine Entwicklung, die in bedenklicher Weise totalit\u00e4re Z\u00fcge annimmt. Zu den Zust\u00e4nden in Yale und an anderen US-Universit\u00e4ten empfehle ich immer wieder das Buch &#8222;The Assault on American Excellence&#8220; von Anthony Kronman, der selbst viele Jahre an der Yale Law School gelehrt hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Noch ein Wort zum Rassismus. Ausgerechnet die Gruppen, die das Wort &#8222;Rasse&#8220; aus allen Texten der Menschheitsgeschichte tilgen wollen, sogar aus unserem altehrw\u00fcrdigen Grundgesetz, reden selbst von nichts anderem mehr als von Rasse und Hautfarbe: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Black lives matter<br>Black Feminist Studies<br>People of colour<br>Critical Race Studies<br>Whiteness Studies<br>Schwarze deutsche Literaturwissenschaftlerin<br>Rassifizierungen und Schwarze Images<br>Wei\u00dfseinsreflexion usw.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das ist nichts anderes als ein auf den Kopf gestellter, schwarzer Rassismus, der keinen Deut besser und menschenfreundlicher ist als der wei\u00dfe. Das Ziel der Aufkl\u00e4rung war ein ganz anderes; es ist in der <em>Declaration of Independence<\/em> (1776) musterg\u00fcltig formuliert worden:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.   <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dieses wunderbar ins Wort gesetzte Zeugnis der Aufkl\u00e4rung steht weit und erhaben \u00fcber jeder seichten Schwarz- und Wei\u00dfseinsreflexion. Es ist die Formel wahrer Humanit\u00e4t. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie Peggy Piesche? Nein? Dabei gilt Frau Piesche doch als &#8222;eine der bekanntesten Stimmen schwarzer Frauen in Deutschland&#8220;! 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