{"id":19804,"date":"2020-06-06T17:04:41","date_gmt":"2020-06-06T15:04:41","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=19804"},"modified":"2020-06-07T01:30:03","modified_gmt":"2020-06-06T23:30:03","slug":"relaxt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=19804","title":{"rendered":"Relaxt?"},"content":{"rendered":"\n<p>Das hat man gestern im Sportteil der F.A.Z. gelesen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Vor dem Derby gegen Mainz ist die Eintracht v\u00f6llig relaxt. Der Druck ist weg, stattdessen geht es allein um die Lust auf Leistung.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Stutzen Sie da auch bei dem Wort &#8222;relaxt&#8220;? Das Adjektiv ist vor langer Zeit aus dem Englischen in unsere Umgangssprache eingedrungen und ist dort &#8211; also im m\u00fcndlichen Deutsch &#8211; inzwischen vollst\u00e4ndig eingeb\u00fcrgert. Wenn man es nicht schreibt, sondern spricht, gibt es auch keine Probleme, die Aussprache &#8211; [ri\u02c8l\u025bkst] &#8211; ist im Deutschen und im Englischen gleich. &#8222;Relaxed&#8220; wird inzwischen in fast jeder Hinsicht wie ein deutsches Wort verwendet. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie schreibt man es? Da wird es schwierig. Als Fremdwort wird man es in der Regel erst einmal so schreiben wie in der Herkunftssprache, also &#8222;relaxed&#8220;. Gegen einen Satz wie <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>er wirkte ganz relaxed<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>kann man auch nichts einwenden. So richtig schwierig wird es freilich, wenn man das Wort attributiv verwendet, etwa so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Er machte einen ganz relaxeden Eindruck.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Man sieht sofort: &#8222;relaxeden&#8220;, das geht gar nicht, schon, weil es eher nach einem (unbekannten) Verb aussieht als nach einem Adjektiv. Der Duden bietet folgende L\u00f6sung an:   <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>re\u00adlaxed<\/strong>, <em>attributiv und bei Steigerung nur <\/em><strong>re\u00adlaxt<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Beispiele: relaxed <em>oder<\/em> relaxt sein; <em>aber nur<\/em> ein relaxter Typ; sie war die Relaxteste von allen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das ist eine L\u00f6sung, mit der sich mein Sprachgef\u00fchl freilich nicht so recht anfreunden kann. Ich wei\u00df: &#8222;relaxt&#8220; ist formal richtig, wenn man es als Partizip des (viel sp\u00e4ter eingeb\u00fcrgerten) &#8222;relaxen&#8220; betrachtet. Aber es hat f\u00fcr mich schon beim Lesen etwas Falsches, es klingt nach brachialem Eindeutschen (fehlt nur noch, da\u00df man irgendwann &#8222;ril\u00e4chsen&#8220; schreibt).  <\/p>\n\n\n\n<p>Eine vern\u00fcnftige und zufriedenstellende L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem gibt es wohl nicht. Meine pers\u00f6nliche Ausweichregel w\u00e4re: das Adjektiv immer &#8222;relaxed&#8220; schreiben und es attributiv <em>\u00fcberhaupt nicht<\/em> verwenden (oder durch ein anderes Adjektiv ersetzen). <\/p>\n\n\n\n<p>Zumindest k\u00f6nnte man auf diese Weise die garstige Form &#8222;relaxt&#8220; vermeiden. <\/p>\n\n\n\n<p>PS:  Die &#8222;relaxte&#8220; Eintracht hat heute \u00fcbrigens trotz aller Relaxtheit mit 0:2 gegen Mainz verloren. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hat man gestern im Sportteil der F.A.Z. gelesen: Vor dem Derby gegen Mainz ist die Eintracht v\u00f6llig relaxt. Der Druck ist weg, stattdessen geht es allein um die Lust auf Leistung. 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