{"id":18924,"date":"2019-11-19T15:39:44","date_gmt":"2019-11-19T14:39:44","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=18924"},"modified":"2019-11-20T14:31:32","modified_gmt":"2019-11-20T13:31:32","slug":"hurra-der-kampf-gegen-das-automobil-hat-begonnen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=18924","title":{"rendered":"Hurra! Der Kampf gegen das Automobil hat begonnen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Maschinenst\u00fcrmer hat es immer gegeben &#8211; fr\u00fcher allerdings, man denke an die &#8222;Spinning Jenny&#8220; Ende des 18. Jahrhunderts, eher <em>w\u00e4hrend der Einf\u00fchrung <\/em>neuer Technologien<em>,<\/em> weil die Handwerker und Arbeiter (meistens zurecht!) Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes hatten. Der deutsche Maschinenst\u00fcrmer von heute aber k\u00e4mpft gegen eine bew\u00e4hrte Technologie, die immer besser (und auch umweltfreundlicher) geworden ist und hunderttausende Arbeitspl\u00e4tze sichert. <\/p>\n\n\n\n<p>Warum tut er das? Weil es offenbar im deutschen Wesen liegt, das Gute bis zum Absurden zu f\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt retten die Deutschen also das Klima. Wie sie das machen sollen, obwohl sie nur f\u00fcr 2% der weltweiten CO2-Emission verantwortlich sind, wei\u00df niemand. Aber was macht man als Ideologe, wenn man diese 2% nicht widerlegen kann? Der Journalist <a href=\"https:\/\/www.klimafakten.de\/node\/2045#lang\">Toralf Staud<\/a> zeigt es uns: man eiert herum und bringt alles auf die Wagschale, was auf keine Wagschale geh\u00f6rt: moralische Verpflichtungen, eine verschwurbelte Logik, sogar das V\u00f6lkerrecht, und wenn das alles nicht \u00fcberzeugt, biegt man sich die (ohnehin immer biegsame!) Statistik zurecht:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Auch wenn also der deutsche Treibhausgas-Aussto\u00df nur zwei Prozent der  Weltemissionen ausmacht, so ist dies doch \u2013 im Ranking der  Verursacherstaaten \u2013 bereits der siebtgr\u00f6\u00dfte Einzelanteil \u00fcberhaupt. Und  jemand aus der Top Ten der Verursacher soll keine Pflicht zum Mittun  haben? <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Aber, lieber Herr Staudt, das alles \u00e4ndert nichts an dem einzigen harten Faktum in dieser Sache, und das sind die 2%. Keine Hysterie, keine moralische Keule, die in den Medien geschwungen wird, kann an dieser Zahl etwas \u00e4ndern. Dabei liegt gerade in ihr eine gro\u00dfe Chance: eben weil wir eigentlich nichts tun k\u00f6nnen, um den globalen Aussto\u00df von Treibhausgasen wesentlich zu reduzieren, haben wir die M\u00f6glichkeit, vern\u00fcnftig und in Ruhe dar\u00fcber nachzudenken, was zu tun ist. Vern\u00fcnftig und in Ruhe &#8211; und nicht mit hysterischer Schnappatmung. Man braucht dazu n\u00e4mlich keine Erweckungsbewegung und keinen Kinderkreuzzug, man braucht dazu nur seinen Verstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Dessen Gebrauch sei besonders empfohlen, wenn es um das Auto geht. Auch da hat die D\u00e4monisierung schon begonnen, bis hin zu der beliebten &#8222;Gewalt gegen Sachen&#8220; in Gestalt von Besch\u00e4digungen und Brandstiftungen, nat\u00fcrlich aus den edelsten Beweggr\u00fcnden. <\/p>\n\n\n\n<p>Es wird bald alles erlaubt sein, um das Klima zu retten, schon jetzt wird jeder im Netz niedergebr\u00fcllt, der das F\u00fcr und Wider der Klimapolitik vern\u00fcnftig diskutieren will oder gar &#8211; bewahre! &#8211; an der kleinen Greta zweifelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine der schlimmsten Entwicklungen in unserem Land: je gravierender eine Entscheidung ist, umso weniger wird in der Gesellschaft <em>vorher <\/em>dar\u00fcber diskutiert. Die katastrophale Entscheidung f\u00fcr die Windkraft ist praktisch unter Ausschlu\u00df der \u00d6ffentlichkeit gefallen. Zur Rettung der <em>bad banks<\/em> sind Milliarden geflossen, ohne da\u00df je eine \u00f6ffentliche Diskussion dar\u00fcber stattgefunden h\u00e4tte. Da\u00df gleichgeschlechtliche Beziehungen &#8211; entgegen dem Wortlaut und dem Geist des Grundgesetzes &#8211; auf einmal als &#8222;Ehe&#8220; gelten, wird einfach durchgewinkt, es ist nicht einmal das Bundesverfassungsgericht angerufen worden, um die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit dieses Gesetzes zu kl\u00e4ren. Mit einem Wort: w\u00e4hrend um die kleinsten Dinge eifrig gestritten wird, werden die gro\u00dfen Fragen des Landes wie einst von der Obrigkeit entschieden. Da\u00df die demokratischen Wege dabei formal eingehalten werden, ist selbstverst\u00e4ndlich, aber das ersetzt nicht die lebendige Diskussion vor der Entscheidung. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ende der falschen Weichenstellungen ist nicht in Sicht, denn jetzt hat &#8211; wider alle Vernunft &#8211; die \u00f6kologische Heiligsprechung des Elektroautos begonnen. Und das obwohl ein solches Auto &#8222;erst nach 219.000 Kilometern besser f\u00fcr das Klima&#8220; ist (das schreiben nicht &#8222;Klimaleugner&#8220; oder rechte Gruppen, sondern die unverd\u00e4chtige <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/technik-motor\/motor\/elektroautos-retten-das-klima-nicht-16489149.html\">FAZ<\/a>).  Und wieder wird k\u00fcnftigen Generationen, denen n\u00e4mlich, die um 2030 oder sp\u00e4ter leben, von den Gr\u00fcnen und den d\u00fcmmeren Teilen von SPD und CDU schon heute vorgeschrieben, da\u00df sie sich gef\u00e4lligst der \u00f6kologisch mehr als fragw\u00fcrdigen (und nat\u00fcrlich wieder einmal alternativlosen) Elektromobilit\u00e4t zu bedienen haben. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Argumente ist da kein Platz mehr. Als Beispiel m\u00f6ge eine im Internet entdeckte Diskussion dienen, die von den Anbetern der Elektromobilit\u00e4t und totalit\u00e4ren Autogegnern beherrscht wurde. Eigentlich, das war der Tenor, brauche man \u00fcberhaupt kein Auto, es gen\u00fcge der \u00f6ffentliche Nahverkehr, dazu ein bi\u00dfchen Carsharing.  <\/p>\n\n\n\n<p> &#8222;Die eigene Mobilit\u00e4t ist eine Organisationsaufgabe&#8220;, es gehe auch ohne Auto, meinte ein User. Den m\u00f6chte ich einmal sehen, wenn er \u00e4lter wird und chronisch krank und auf Carsharing oder Taxis angewiesen ist. Ich habe dieses Jahr wegen einer akuten Augenkrankheit und zwei Operationen gesch\u00e4tzte vierzig Mal zwischen Wohnung, Augenarzt und Uniklinik hin und herpendeln m\u00fcssen, und ich mag mir nicht ausmalen, welche &#8222;Organisationsaufgabe&#8220; ich da ohne Auto h\u00e4tte auf mich nehmen m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich danke jedenfalls dem Himmel, da\u00df es noch kleine, bezahlbare Autos gibt, die mit Benzin fahren und \u00fcberall schnell betankt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>PS:  Ich rede von &#8222;Klimahysterie&#8220;, weil es sie gibt. Ich werde auch weiter davon reden. Und ich werde auch in Zukunft nach Kr\u00e4ften gegen die politische Korrektheit k\u00e4mpfen. Da\u00df die AfD beide Themen nach populistischer Manier f\u00fcr sich usurpiert hat, tut nichts dazu. Diese Partei stellt f\u00fcr mich (man kann das in meinen fr\u00fcheren Beitr\u00e4gen nachlesen) die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die Demokratie in meinem Land dar, und ich denke gar nicht daran, auf Themen nur deshalb zu verzichten, weil linke oder rechte Ideologen das gerne s\u00e4hen. Das nur zur Klarstellung, weil in bestimmten politischen Milieus allein schon der Gebrauch von bestimmten W\u00f6rtern w\u00fcste Beschimpfungen zur Folge hat. Ich habe es mir jedenfalls vor langer Zeit angew\u00f6hnt, mich meines eigenen Verstandes zu bedienen, und kann diese Entscheidung nur zur Nachahmung empfehlen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maschinenst\u00fcrmer hat es immer gegeben &#8211; fr\u00fcher allerdings, man denke an die &#8222;Spinning Jenny&#8220; Ende des 18. Jahrhunderts, eher w\u00e4hrend der Einf\u00fchrung neuer Technologien, weil die Handwerker und Arbeiter (meistens zurecht!) Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes hatten. 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