{"id":17325,"date":"2018-05-31T15:42:45","date_gmt":"2018-05-31T13:42:45","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=17325"},"modified":"2018-05-31T15:42:45","modified_gmt":"2018-05-31T13:42:45","slug":"der-vatikan-endgueltig-endgueltig-endgueltig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=17325","title":{"rendered":"Der Vatikan: &#8222;Endg\u00fcltig! Endg\u00fcltig! Endg\u00fcltig!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Der Vatikan hat ein anderes Verst\u00e4ndnis von Zeit als die Menschen au\u00dferhalb seiner Mauern. Da kann es schon einmal Jahrhunderte dauern, bis ein Fehler beseitigt wird: Galileo Galilei (1564-1642) etwa wurde erst 350 Jahre nach seinem Tod rehabilitiert.<\/p>\n<p>Mit Zeit und Ewigkeit hat auch manches zu tun, was heutzutage aus dem Vatikan nach au\u00dfen dringt. Den zarten Anfragen, ob nicht vielleicht doch \u00fcber die Priesterweihe f\u00fcr Frauen nachgedacht werden sollte, hat jetzt der Pr\u00e4fekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Ladaria, eine rabiate Abfuhr erteilt. Das war zu erwarten, aber die Sprache, die er dabei verwendet, l\u00e4\u00dft aufhorchen (<a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2018-05\/ladaria-frauenordination-osservatore-romano-klarstellung.html\">hier<\/a> teilweise nachzulesen).<\/p>\n<p>Schon Johannes Paul II. hatte erkl\u00e4rt,<\/p>\n<blockquote><p>da\u00df die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und da\u00df sich alle Gl\u00e4ubigen der Kirche endg\u00fcltig an diese Entscheidung zu halten haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ladaria bekr\u00e4ftigt das nun in einem Artikel im <em>Osservatore Romano<\/em>. Das Verbot der Frauenordination sei &#8222;aus Gehorsam gegen\u00fcber dem Herrn endg\u00fcltig&#8220;, weil &#8222;es sich um eine Wahrheit handelt, die zum Glaubensgut der Kirche geh\u00f6rt\u201c.<\/p>\n<blockquote><p>Dar\u00fcber habe das unfehlbare Lehramt der Kirche entschieden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Schon 1995 habe das Lehramt auf Zweifel von &#8222;einigen Gl\u00e4ubigen&#8220; geantwortet:<\/p>\n<blockquote><p>Die darin vorgelegte Lehre sei endg\u00fcltig und geh\u00f6re zum Glaubensgut.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun ist es mit der Unfehlbarkeit und der Endg\u00fcltigkeit von Lehren so eine Sache: sie haben n\u00e4mlich ein Verfallsdatum, auch wenn die H\u00fcter der Lehre das nicht wahrhaben wollen. Und je lauter und drohender diese H\u00fcter den Gl\u00e4ubigen ihr &#8222;Basta!&#8220; entgegenschleudern, umso mehr wachsen die Zweifel.<\/p>\n<p>Wenn ich dar\u00fcber nachdenke, wieviele &#8222;Lehren&#8220; allein schon in den knapp sieben Jahrzehnten meines Lebens gekommen und wieder gegangen sind, dann erscheint mir die trotzige Glaubensgewi\u00dfheit, wie sie bis heute in den vatikanischen Kongregationen formuliert wird, reichlich naiv. Eine Unfehlbarkeit des Papstes gar, der das Erste Vatikanische Konzil 1870 seinen Segen gegeben hat, war eine der gro\u00dfen Dummheiten der katholischen Kirche. Sie ist von der Geschichte hundertfach widerlegt worden.<\/p>\n<p>Dabei m\u00f6chte ich gar nicht, da\u00df es auch bei den Katholiken demn\u00e4chst zugeht wie in der evangelischen Kirche, die es mit ihrer Anbiederung an den Zeitgeist ja auch nicht gar so weit gebracht hat. Im Gegenteil: ich finde, da\u00df gerade dieser lange Atem, dieses ganz andere Zeitgef\u00fchl im Vatikan seinen Charme hat und wom\u00f6glich sogar vor allzu schnellen Beschl\u00fcssen und falschen Entscheidungen sch\u00fctzt. Aber es kann auch dazu f\u00fchren, da\u00df man alte Lehrs\u00e4tze, die vor Jahrhunderten unter ganz anderen Bedingungen entstanden sind, einzementiert und wie eine schwere Last weiter mit sich herumschleppt.<\/p>\n<p>&#8222;Endg\u00fcltig&#8220; ist jedenfalls nichts unter der Sonne &#8211; das m\u00fc\u00dfte eine Kirche, die es auf zweitausend Jahre gebracht hat, eigentlich wissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vatikan hat ein anderes Verst\u00e4ndnis von Zeit als die Menschen au\u00dferhalb seiner Mauern. Da kann es schon einmal Jahrhunderte dauern, bis ein Fehler beseitigt wird: Galileo Galilei (1564-1642) etwa wurde erst 350 Jahre nach seinem Tod rehabilitiert. 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