{"id":16993,"date":"2018-03-07T15:40:43","date_gmt":"2018-03-07T14:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=16993"},"modified":"2018-03-07T15:43:52","modified_gmt":"2018-03-07T14:43:52","slug":"kristin-rose-moehring-will-kein-vaterland-mehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=16993","title":{"rendered":"Kristin Rose-M\u00f6hring will kein Vaterland mehr!"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Timeo Danaos et dona ferentes!&#8220;- das rief Laokoon seinen Landsleuten zu, als sie in Troja ein h\u00f6lzernes Pferd vorfanden, ein Danaergeschenk: &#8222;Ich f\u00fcrchte die Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen!&#8220;<\/p>\n<p>Die Warnung hat sich damals als begr\u00fcndet erwiesen. Heute m\u00f6chte ich den Satz abwandeln:<\/p>\n<blockquote><p>Timeo feminas si nomen eis est duplex.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich bin mir nicht sicher, ob der Vers der antiken Metrik genau entspricht, und nein! &#8211; er ist auch nicht ganz ernst gemeint.<\/p>\n<p>Aber es f\u00e4llt schon auf, da\u00df der absurde Versuch, den Text unserer Nationalhymne geschlechterneutral zu machen, wieder einmal von einer Frau mit Doppelnamen kommt. Es ist diesmal nicht Annegret Kramp-Karrenbauer, auch nicht <span class=\"st\">Katrin G\u00f6ring-Eckardt oder Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, es ist Kristin Rose-M\u00f6hring. Sie ist\u00a0 die Gleichstellungsbeauftragten des Bundesfamilienministeriums. <\/span><\/p>\n<p><span class=\"st\">Und sie hat offenbar nicht die geringste Hemmung, den altehrw\u00fcrdigen Text von Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) dem pseudofeministischen Zeitgeist zu opfern. Wie kommt sie dazu? <\/span><\/p>\n<p>Auch ein Text hat n\u00e4mlich das Recht, unversehrt und von den Eingriffen dummer Moden verschont zu bleiben. Wo k\u00e4men wir hin, wenn jeder Depp an unseren alten Schriften herumpfuschen d\u00fcrfte?<\/p>\n<p>Es gibt doch kaum ein sch\u00f6neres Wort als &#8222;br\u00fcderlich&#8220; &#8211; man denke nur an die Liedzeilen von Hannes Wader, die auf einem Gedicht von N\u00e2z\u0131m Hikmet basieren:<\/p>\n<blockquote><p>Leben einzeln und frei<br \/>\nWie ein Baum und dabei<br \/>\nBr\u00fcderlich wie ein Wald.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8222;Br\u00fcderlich wie ein Wald&#8220; &#8211; wie verbiestert mu\u00df man sein, wenn man so sch\u00f6ne Zeilen verhunzen m\u00f6chte, damit sie sich dem unhistorischen, ideologischen Zeitgeist anpassen?!<\/p>\n<p>Die Sprache, das kann man nicht oft genug sagen, ist keine Verf\u00fcgungsmasse f\u00fcr Ideologinnen und Ideologen. Sie ist historisch \u00fcber Jahrhunderte und Jahrtausende gewachsen,und nat\u00fcrlich f\u00fchrt sie alles mit sich, was sich an Sch\u00f6nem, aber auch an geistigem Unrat im Laufe der Zeit angesammelt hat. Aber das macht doch gerade ihren Charme aus: da\u00df sie eben\u00a0<em>nicht\u00a0<\/em>stromlinienf\u00f6rmig, gereinigt und politisch korrekt ist! Sie ist ein Sammelbecken alter und neuer Meinungen, sie bewahrt in sich alte Vorurteile genauso auf wie die Herrlichkeiten unserer <em>brave new world, <\/em>und wie ein Flu\u00df f\u00fchrt sie Ger\u00f6ll, B\u00e4ume und M\u00fcll aus der Vergangenheit mit sich.<\/p>\n<p>Man kann in der Sprache lesen wie in einem Buch.<\/p>\n<p>Und die Gleichstellungsbeauftragte will jetzt also am Text unserer Hymne herumpfuschen. Das &#8222;Vaterland&#8220; soll es darin nicht mehr geben, daraus soll ein &#8222;Heimatland&#8220; werden. (Gegen die &#8222;Muttersprache&#8220; h\u00e4tte sie wohl nichts einzuwenden.) Und aus &#8222;br\u00fcderlich&#8220; soll &#8222;couragiert&#8220; werden. Warum? Um dummfeministisch alles M\u00e4nnliche aus dem Text auszumerzen?<\/p>\n<p>Kann man etwas Absurderes vorschlagen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Timeo Danaos et dona ferentes!&#8220;- das rief Laokoon seinen Landsleuten zu, als sie in Troja ein h\u00f6lzernes Pferd vorfanden, ein Danaergeschenk: &#8222;Ich f\u00fcrchte die Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen!&#8220; Die Warnung hat sich damals als begr\u00fcndet erwiesen. 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