{"id":16963,"date":"2018-02-23T12:32:25","date_gmt":"2018-02-23T11:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=16963"},"modified":"2018-02-23T12:34:11","modified_gmt":"2018-02-23T11:34:11","slug":"der-umgang-der-katholischen-kirche-mit-geschiedenen-und-wiederverheirateten-ist-ein-skandal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=16963","title":{"rendered":"Der Umgang der katholischen Kirche mit Geschiedenen und Wiederverheirateten ist ein Skandal"},"content":{"rendered":"<p>Apostel gibt es auch heute noch genug in der katholischen Kirche: Moralapostel n\u00e4mlich.<\/p>\n<p>Dabei bin ich ganz und gar nicht der Auffassung, da\u00df sie stromlinienf\u00f6rmig und geschmeidig werden sollte wie die evangelische Kirche, die immer\u00a0<em>up to date\u00a0<\/em>sein will, jedem Trend hinterherl\u00e4uft und schon zufrieden ist, wenn sie m\u00f6glichst viele <em>Likes <\/em>bekommt. Im Gegenteil: ich finde es beruhigend sch\u00f6n, da\u00df es noch eine Kirche gibt, die gr\u00fcndlich und lange (manchmal Jahre und Jahrzehnte!) nachdenkt, ehe sie eine \u00c4nderung an ihren Grunds\u00e4tzen zul\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Aber es gibt auch viel \u00c4rgerliches in dieser Kirche: ihre herablassende, heutzutage v\u00f6llig inakzeptable Einstellung zu den Tieren etwa, \u00fcber die ich an dieser Stelle (<a href=\"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=1606\">hier<\/a> zum Beispiel) schon \u00f6fter berichtet habe. Und, mindestens ebenso \u00e4rgerlich: wie man mit Menschen umgeht, deren Ehe gescheitert ist.<\/p>\n<p>Ihnen schl\u00e4gt aus der Amtskirche bis heute eine mitleidlose, jeder Barmherzigkeit und N\u00e4chstenliebe hohnsprechende, dogmatische Brutalit\u00e4t entgegen, die nur Entsetzen hervorrufen kann.<\/p>\n<p>Das &#8222;Band der Ehe&#8220;, hei\u00dft es im offiziellen &#8222;Katechismus der katholischen Kirche&#8220; (M\u00fcnchen 1993),<\/p>\n<blockquote><p>wird von Gott selbst gekn\u00fcpft, so da\u00df die zwischen Getauften geschlossene und vollzogene Ehe nie aufgel\u00f6st werden kann. Dieses Band, das aus dem freien menschlichen Akt der Brautleute und dem Vollzug der Ehe hervorgeht, ist fortan unwiderrufliche Wirklichkeit und stellt einen durch die Treue Gottes gew\u00e4hrleisteten Bund her. Es liegt nicht in der Macht der Kirche, sich gegen diese Verf\u00fcgung der g\u00f6ttlichen Weisheit auszusprechen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun wei\u00df ich ja als kleines Menschlein nicht, wo genau diese &#8222;g\u00f6ttliche Weisheit&#8220; herr\u00fchrt, und ich wei\u00df erst recht nicht, wie die (doch menschlichen!) Verfasser des Katechismus so genau wissen, was Gott in seiner Weisheit m\u00f6chte. Was ich aber mit Sicherheit wei\u00df, ist, da\u00df jedes menschliche Streben, jeder auch noch so gutgemeinte Vorsatz eines Sterblichen scheitern kann.<\/p>\n<p>Mu\u00df man denn einem erwachsenen Menschen (einem Pfarrer, einem Bischof zum Beispiel) erst m\u00fchsam beibringen, da\u00df eine Ehe &#8211; auch wenn sie mit den besten Absichten gegr\u00fcndet wurde &#8211; am Ende scheitern kann?<\/p>\n<p>Mir scheint, die Kirche versteckt sich hier hinter einer angeblich &#8222;g\u00f6ttlichen Weisheit&#8220;, weil sie mit solchen gescheiterten Lebensentw\u00fcrfen nichts zu zun haben will. Sie stellt ein selbsterzeugtes Dogma \u00fcber die christlichen Kerntugenden <em>N\u00e4chstenliebe <\/em>und <em>Barmherzigkeit, <\/em>und sie ist damit wirklich und wahrhaftig <em>unchristlich.<\/em> Jesus hat sich doch &#8211; zum \u00c4rger der Pharis\u00e4er und Schriftgelehrten! &#8211; nicht mit den frommen, eh schon heiligm\u00e4\u00dfig lebenden Menschen abgegeben, sondern mit den\u00a0<em>verlorenen S\u00f6hnen, <\/em>mit den Z\u00f6llnern und gar mit den liederlichen Weibspersonen<em>. <\/em>Es waren gerade die Gescheiterten, mit denen er sich an den Tisch gesetzt hat.<\/p>\n<p>Wer sich auf ihn beruft, sollte zumindest eine Ahnung davon haben, was die christlichen Kerntugenden sind: N\u00e4chstenliebe und Barmherzigkeit. Und da\u00df der Hochmut <em>(superbia) <\/em>eine der sieben Tods\u00fcnden ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Apostel gibt es auch heute noch genug in der katholischen Kirche: Moralapostel n\u00e4mlich. 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