{"id":16627,"date":"2017-10-25T13:14:34","date_gmt":"2017-10-25T11:14:34","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=16627"},"modified":"2018-06-24T19:06:46","modified_gmt":"2018-06-24T17:06:46","slug":"bonhoeffers-gedicht-von-guten-maechten-treu-und-still-umgeben-ueberfordert-es-die-christenmenschen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=16627","title":{"rendered":"Bonhoeffers Gedicht &#8222;Von guten M\u00e4chten treu und still umgeben&#8220; &#8211; \u00fcberfordert es die Christenmenschen?"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin vor einiger Zeit zuf\u00e4llig in ein evangelisches Forum geraten, in dem die Vertonungen von Bonhoeffers Gedicht &#8222;Von guten M\u00e4chten treu und still umgeben&#8220; diskutiert wurden. Eigentlich wollte ich nur wissen, warum in manchen Versionen von &#8222;verschreckten&#8220;, in anderen von &#8222;verscheuchten&#8220; Seelen die Rede ist.<\/p>\n<p>Diese Frage scheint textkritisch gekl\u00e4rt zu sein. Es hei\u00dft im Original &#8222;aufgeschreckt&#8220; und erst in der Abschrift von Maria von Wedemeyer &#8222;aufgescheucht&#8220;.<\/p>\n<p>In der Diskussion ging es freilich in erster Linie darum, da\u00df im W\u00fcrttembergischen Gesangbuch in der Vertonung durch\u00a0Siegfried Fietz, die wohl am meisten gesungen wird, die Strophen 3 und 4 weggelassen wurden. So lauten sie:<\/p>\n<blockquote><p>Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern<br \/>\nDes Leids, gef\u00fcllt bis an den h\u00f6chsten Rand,<br \/>\nSo nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern<br \/>\nAus deiner guten und geliebten Hand.<\/p>\n<p>Doch willst du uns noch einmal Freude schenken<br \/>\nAn dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,<br \/>\nDann wolln wir des Vergangenen gedenken,<br \/>\nUnd dann geh\u00f6rt dir unser Leben ganz.<\/p><\/blockquote>\n<p>Vom &#8222;schweren Kelch, dem bittern&#8220; will man in der evangelischen Kirche offenbar nichts mehr h\u00f6ren. Die weggelassenen Strophen seien, lese ich da, &#8222;zu bedr\u00fcckend&#8220; und pa\u00dften nicht zu der &#8222;beschwingten Melodie&#8220;. Sie seien au\u00dferdem eine &#8222;\u00dcberforderung f\u00fcr viele Menschen&#8220;.<\/p>\n<p>Ja, in einer Zeit, in der evangelische Predigten oft nur aus seichter Lebensberatung bestehen, mag das so sein. Da redet man zur Gemeinde wie zu kleinen Kinderlein, und vom &#8222;guten Gott&#8220; kann gar nicht oft genug die Rede sein.<\/p>\n<p>Bonhoeffer aber zielt, gerade mit der dritten Strophe, in das innerste Herz des christlichen Glaubens. Der Kelch geh\u00f6rt dazu, das Kreuz auch. Und das soll f\u00fcr einen Christen eine &#8222;\u00dcberforderung&#8220; darstellen?<\/p>\n<p>Es ist &#8211; leider! &#8211; gerade umgekehrt: in den meisten Predigten wird die Gemeinde v\u00f6llig <em>unterfordert. <\/em>Da sitzen doch erwachsene Menschen mit gro\u00dfer Lebenserfahrung, aber sie werden &#8211; nicht immer, aber sehr oft! &#8211; ziemlich billig abgespeist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin vor einiger Zeit zuf\u00e4llig in ein evangelisches Forum geraten, in dem die Vertonungen von Bonhoeffers Gedicht &#8222;Von guten M\u00e4chten treu und still umgeben&#8220; diskutiert wurden. 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