{"id":1392,"date":"2011-07-25T12:17:59","date_gmt":"2011-07-25T10:17:59","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=1392"},"modified":"2011-07-25T14:03:29","modified_gmt":"2011-07-25T12:03:29","slug":"naturschutzer-fur-windkraftanlagen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=1392","title":{"rendered":"Natursch\u00fctzer f\u00fcr Windkraftanlagen?"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr mich ist das ein Widerspruch in sich. Wer als Verband oder Verein die Natur sch\u00fctzen will, kann nicht daf\u00fcr sein, die sch\u00f6nsten Waldlandschaften (und wir sind gerade in Hessen und Bayern noch mit ihnen gesegnet!) durch aggressiv in den Himmel ragende Masten zu zerst\u00f6ren. Das ist keine blo\u00df \u00e4sthetische Frage &#8211; das h\u00e4tten die Bef\u00fcrworter gern! -, das ist eine Frage des \u00dcberlebens dieser sch\u00f6nen W\u00e4lder als Ort der Erholung (auch f\u00fcr das Auge), als wertvolles, ja unsch\u00e4tzbares Ensemble, und damit auch als <em>kulturelles <\/em>Erbe. So wie ein einziges Hochhaus eine sch\u00f6ne alte Stadt f\u00fcr immer zerst\u00f6ren kann, so wird auch der Mittelgebirgswald durch zwei oder drei dieser furchtbaren Windr\u00e4der auf unabsehbare Zeit gesch\u00e4digt und zum blo\u00dfen &#8222;Standort&#8220; f\u00fcr technische Anlagen degradiert. Haben wir denn nicht schon genug Natur zerst\u00f6rt und durch Bebauung, Autobahnen, ICE-Trassen denaturiert? Die gro\u00dfen zusammenh\u00e4ngenden Waldgebiete in den Mittelgebirgen sind die letzten gro\u00dffl\u00e4chigen Refugien der Natur in Deutschland. Wer sie antastet, vers\u00fcndigt sich.<\/p>\n<p>Ich empfinde es deshalb als besonders schmerzhaft, wenn jetzt nach und nach immer mehr Naturschutzverb\u00e4nde einknicken und die Windkraftanlagen hinnehmen, als seien sie ein uns beschiedenes Schicksal, das wir &#8211; wie in einer griechischen Trag\u00f6die &#8211; hinnehmen m\u00fc\u00dften. Nein, es sind nicht die Schicksalsg\u00f6ttinnen, die uns diese Windr\u00e4der aufdr\u00e4ngen, es ist ein ganz simples, nur noch auf Machterhalt zielendes Kalk\u00fcl der Kanzlerin, und es ist eine in Beton zementierte Ideologie von Trittin, K\u00fcnast und Genossen, die sich nur noch f\u00fcr die Energiegewinnung, aber f\u00fcr die Natur fast gar nicht mehr interessieren.<\/p>\n<p>Die Aschaffenburger Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) dient sich jetzt der herrschenden Stimmung im Lande an und will sich an der ordentlichen Verteilung der Windkraftanlagen im Spessart aktiv beteiligen. (Nachzulesen im Lokalteil der heutigen F.A.Z.)<\/p>\n<p>Man greift sich an den Kopf! Ausgerechnet im Spessart?<\/p>\n<p>Der Naturpark Spessart im hessisch-bayerischen Grenzgebiet umfa\u00dft 170.000 Hektar auf der bayerischen und noch einmal 74.000 Hektar auf der hessischen Seite. Tagelang kann man hier durch W\u00e4lder, Felder und Moore wandern. Und dieses Kleinod soll jetzt, unter aktiver Mitarbeit von &#8222;Natursch\u00fctzern&#8220;, verspargelt werden?<\/p>\n<p>Aber sehen wir uns einmal die Begr\u00fcndung an, die der Bund Naturschutz daf\u00fcr gibt. Ein bi\u00dfchen versch\u00e4mt, aber doch trotzig sagt er: es mu\u00df halt sein. Noch sei der Spessart eine Tabuzone f\u00fcr die Windkraft, aber das &#8222;werde nicht zu halten sein&#8220;. (Warum eigentlich nicht?) Die Energiewende sei, so formuliert es der BN im sch\u00f6nsten Managerjargon, &#8222;eine gro\u00dfe Herausforderung&#8220;, man m\u00fcsse sich ihr stellen. Und man wolle nicht abwarten und taktieren, sondern &#8222;an regionalen Energiekonzepten konstruktiv mitarbeiten&#8220;. Die Windenergie habe &#8222;ausreichendes Potential, um Kohle und Kernergie zu ersetzen&#8220;.<\/p>\n<p>Da k\u00f6nnte man, wie im M\u00e4rchen, sagen: wer&#8217;s glaubt, bezahlt einen Taler.<\/p>\n<p>Und dann kommt die ewige alte Leier, gegen die doch gerade der Naturschutz seit den 70er Jahren so energisch gek\u00e4mpft hat: die Energiewende sei nun einmal beschlossen, man m\u00fcsse jetzt das Schlimmste verhindern, die Eingriffe in die Landschaft &#8222;m\u00f6glichst gering halten&#8220;, die Naturschutzgebiete und &#8222;alte Buchenwaldbest\u00e4nde&#8220; ausnehmen usw. Alles in allem: ein einziges Lavieren und Herumeiern &#8211; und ein erb\u00e4rmlicher Kotau vor der politischen Macht, der Stimmung im Land und der Windkraftlobby.<\/p>\n<p>Aber daf\u00fcr brauche ich keine Naturschutzorganisation.<\/p>\n<p>Die Proteste gegen dieses Einknicken werden kommen, das sehen diese &#8222;Natursch\u00fctzer&#8220; selbst. Sie wissen, wie ihr stellvertretender Vorsitzender sagt, da\u00df man sich &#8222;mit diesem Schritt nicht nur Freunde schaffen wird&#8220;. <em>Nicht nur <\/em>Freunde?<\/p>\n<p>Die regionale CSU fordert \u00fcbrigens den &#8222;Bau von 2000 Drei-Megawatt-Windr\u00e4dern&#8220;, ganz unverbl\u00fcmt, geradlinig und ohne jedes Lavieren. Aber auch sie wird sich \u00fcber die &#8222;Windkraft&#8220; noch wundern, die ihr aus der eigenen Partei bald entgegenwehen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr mich ist das ein Widerspruch in sich. 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