{"id":13435,"date":"2015-06-16T11:09:43","date_gmt":"2015-06-16T09:09:43","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=13435"},"modified":"2015-07-29T12:03:41","modified_gmt":"2015-07-29T10:03:41","slug":"afrika-die-kolonialmaechte-sind-an-allem-schuld-oder-vielleicht-doch-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=13435","title":{"rendered":"Afrika: die Kolonialm\u00e4chte sind an allem schuld! Oder vielleicht doch nicht?"},"content":{"rendered":"<p>Gestern konnte man in der F.A.Z. ein kurzes Interview mit dem aus Ghana stammenden Peter Kardinal Turkson lesen. Mit einigen seiner Antworten &#8211; etwa der, da\u00df Afrika die &#8222;demographische Ausblutung&#8220; durch die Flucht nach Europa nicht verkraften k\u00f6nne &#8211; mag man noch einverstanden sein. Auch da\u00df sich &#8222;wenige an der Spitze bereichern, w\u00e4hrend die Masse arm bleibt&#8220;, ist sicher richtig. Aber dann kommt auch beim Kardinal, wie man es aus Afrika kennt, wieder die gro\u00dfe Exkulpation: die Ursache liege<\/p>\n<blockquote><p>in der verfehlten Staatswerdung beim Weg von der Kolonie in die Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sind also &#8211; so fragt ihn die F.A.Z. &#8211; die Kolonialm\u00e4chte an allem schuld? Die Antwort ist eindeutig:<\/p>\n<blockquote><p>Die Europ\u00e4er &#8230; schufen die ersten Handelswege und Abh\u00e4ngigkeiten. Heute lamentiert Europa \u00fcber Chinas Engagement in Afrika. Chinesen oder Inder h\u00e4tten aber nie eine Chance bekommen, wenn sich Europa nicht aus seiner Verantwortung f\u00fcr die Fortentwicklung seiner ehemaligen Kolonien gestohlen h\u00e4tte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist &#8211; gelinde gesagt &#8211; eine grobe, aber f\u00fcr das heutige Afrika typische Verf\u00e4lschung der Geschichte. Die Afrikaner konnten in den 50er und 60er Jahren gar nicht schnell genug\u00a0 unabh\u00e4ngig werden. Die wei\u00dfen Kolonialherren wurden von blutigen &#8222;Befreiungsbewegungen&#8220; (Kenia!) und der \u00f6ffentlichen Meinung immer mehr unter Druck gesetzt, bis sie schlie\u00dflich aufgaben und fast alle afrikanischen Staaten in die Unabh\u00e4ngigkeit entlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Was haben die Afrikaner daraus gemacht? Der schwarze Kontinent birgt heute die korruptesten Regime der Welt. Selbst nach 50 oder 60 Jahren Unabh\u00e4ngigkeit gibt es nur wenige Lichtblicke. Auch das Erbe Nelson Mandelas wird von seinen Nachfolgern (und vor allem von dem uns\u00e4glichen Jacob Zuma) verschleudert.<\/p>\n<p>Warum ist das in Afrika so? Und warum auf anderen Kontinenten nicht?<\/p>\n<p>Dar\u00fcber sollten vor allem die Afrikaner selbst nachdenken. Die Schuld nach so vielen Jahrzehnten immer noch allein den Kolonialm\u00e4chten zuzuschieben, ist mehr als billig.<\/p>\n<p>PS: Einer der schlimmsten afrikanischen Kriegsverbrecher, der sudanesische Staatspr\u00e4sident (und fromme Muslim!) Umar al-Baschir, durfte &#8211; offenbar mit Genehmigung der s\u00fcdafrikanischen Regierung &#8211; das Land trotz eines gerichtlichen Verbots als freier Mann verlassen. Er war der Herr der Dschandschawid, einer von ihm gesteuerten und ausger\u00fcsteten M\u00f6rderbande, die in Darfur mit bisher noch nie dagewesener Grausamkeit mordete und vergewaltigte. Wegen seiner Verbrechen wird er mit internationalem Haftbefehl gesucht &#8211; aber der feine Herr Zuma hat ihn entwischen lassen. Das ist die \u00fcbliche Kumpanei innerhalb der Afrikanischen Union, bei deren Treffen in S\u00fcdafrika sich einige der schlimmsten und korruptesten &#8222;Pr\u00e4sidenten&#8220; des Kontinents zusammengefunden haben.<\/p>\n<p>Solange Afrika in einem solchen Zustand ist, m\u00f6chte man sich jede Schuldzuweisung gegen\u00fcber den alten Kolonialm\u00e4chten energisch verbitten. Auch wenn sie von einem Kardinal kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern konnte man in der F.A.Z. ein kurzes Interview mit dem aus Ghana stammenden Peter Kardinal Turkson lesen. 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