{"id":13259,"date":"2015-05-09T01:23:56","date_gmt":"2015-05-08T23:23:56","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=13259"},"modified":"2015-05-09T19:35:20","modified_gmt":"2015-05-09T17:35:20","slug":"exodus-die-afrikaner-verlassen-ihren-kontinent","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=13259","title":{"rendered":"Exodus &#8211; Die Afrikaner verlassen ihren Kontinent"},"content":{"rendered":"<p>Eine V\u00f6lkerwanderung ist niemals ein Zuckerschlecken, es ist Verzweiflung, Wagemut, Not, was die Menschen zum Aufbruch bewegt, aber auch der Glaube, da\u00df alles doch noch gut werden kann. Das gilt f\u00fcr die gro\u00dfen Wanderungen der Geschichte, etwa in den Jahrhunderten zwischen Sp\u00e4tantike und fr\u00fchem Mittelalter, und es gilt auch f\u00fcr den Exodus aus Afrika, mit dem sich Europa jetzt konfrontiert sieht. Auf solche V\u00f6lkerwanderungen, die oft pl\u00f6tzlich auftreten und schnell anschwellen, kann man sich kaum vorbereiten.<\/p>\n<p>Das sollte man Europa also zugutehalten: niemand konnte damit rechnen, da\u00df sich halb Schwarzafrika auf den Weg nach Europa macht. Niemand konnte damit rechnen, da\u00df die Afrikaner an ihrem Kontinent einmal so verzweifeln w\u00fcrden, da\u00df sie ihr eigenes Leben und das ihrer Frauen und Kinder (auch der ungeborenen!) auf Spiel setzen, nur um Afrika ein f\u00fcr allemal zu verlassen.<\/p>\n<p>Die meisten Kommentare zu diesem Exodus, etwa von Menschenrechtsorganisationen, beschr\u00e4nken sich in einer Art Tunnelblick auf den moralischen Aspekt. Nat\u00fcrlich geh\u00f6rt er dazu: wer in unmittelbarer Seenot ist, wer zu ertrinken droht, dem mu\u00df geholfen werden. Das ist selbstverst\u00e4ndlich. Aber solche V\u00f6lkerwanderungen sind von einer so elementaren Wucht, da\u00df sie die Welt der Aufbrechenden und zugleich die Welt, in die auf einmal alles hineinstr\u00f6mt, gr\u00fcndlich ver\u00e4ndern. Da wirken die b\u00fcrokratischen Ma\u00dfn\u00e4hmchen und Beschl\u00fc\u00dfchen unserer Politiker auf eine r\u00fchrende Art vergebens. Das eigene Leben und das der Kinder aufs Spiel zu setzen, um dem Elend zu entrinnen, das geht so viel tiefer ins Menschliche hinein, da\u00df man sich als Europ\u00e4er f\u00fcr die eigenen Politiker nicht weniger sch\u00e4mt als f\u00fcr die moralisch korrekten Menschenrechtler, die ihre papierene Ethik wie eine Monstranz vor sich hertragen.<\/p>\n<p>Ein Aspekt aber, ein politischer, wird viel zu wenig erw\u00e4hnt: was ist das f\u00fcr ein Kontinent, der seine Bewohner dazu bringt, zu Hunderttausenden in eine zweifelhafte Zukunft zu fl\u00fcchten? Es ist ein Kontinent, dessen Regierungen zum gr\u00f6\u00dften Teil korrupt sind, \u00fcble Regime mit Herrscherfamilien, die ihr Volk auspressen\u00a0 &#8211; und fast allesamt schlimmer und grausamer als die Kolonialregierungen, auf die das heutige Afrika immer noch alle Schuld abw\u00e4lzen m\u00f6chte (nat\u00fcrlich von Linken und Gr\u00fcnen eilfertig darin best\u00e4tigt).<\/p>\n<p>Die Souver\u00e4nit\u00e4t, die man den afrikanischen L\u00e4ndern im Zuge der Entkolonialisierung gleichsam vor die F\u00fc\u00dfe geworfen hat, hat den Menschen nach einem kurzen Aufatmen nur Unheil gebracht. In keinem anderen Erdteil gibt es bis heute so wenig Hoffnung auf ein Leben in Anstand und W\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Exodus der Afrikaner ist deshalb auch ein vernichtendes Urteil \u00fcber die eigenen Eliten, die ihre L\u00e4nder auspl\u00fcndern oder sie anderen Staaten (heute vor allem China) zur Auspl\u00fcnderung \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Die Scham \u00fcber kolonialistische Gewalt darf uns nicht daran hindern, das klar und deutlich auszusprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine V\u00f6lkerwanderung ist niemals ein Zuckerschlecken, es ist Verzweiflung, Wagemut, Not, was die Menschen zum Aufbruch bewegt, aber auch der Glaube, da\u00df alles doch noch gut werden kann. 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