{"id":12213,"date":"2014-10-27T17:54:59","date_gmt":"2014-10-27T16:54:59","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=12213"},"modified":"2014-10-27T17:56:51","modified_gmt":"2014-10-27T16:56:51","slug":"die-affaere-nuhr-ist-in-wirklichkeit-eine-affaere-islam","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=12213","title":{"rendered":"Die &#8222;Aff\u00e4re Nuhr&#8220; ist in Wirklichkeit eine &#8222;Aff\u00e4re Islam&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Was darf Satire? Das ist eine alte Frage, die niemand endg\u00fcltig beantworten kann. Man kann wunderbar dar\u00fcber streiten, aber an <em>einem<\/em> Ort sollte man nicht dar\u00fcber streiten: vor Gericht. Wenn man n\u00e4mlich anf\u00e4ngt, Humoristen, Satiriker, Kabarettisten vor Gericht zu zerren, mu\u00df man sich um die Demokratie Sorgen machen.<\/p>\n<p>Und noch etwas sollte man ber\u00fccksichtigen: Geschmacklosigkeiten bestraft man nicht in einem Proze\u00df, man bestraft sie durch Verachtung &#8211; zum Beispiel, indem man an solchen Stellen nicht applaudiert. Wir haben ja inzwischen eine ganze Generation von Comedians unter uns, die kaum etwas anderes kann au\u00dfer eben: <em>geschmacklos sein. <\/em>Das Niveau ihrer Witze geht meistens \u00fcber das eines 12j\u00e4hrigen Klassenclowns nicht hinaus, es ist nur ein dummes Bl\u00f6deln, ein Herumalbern, ein W\u00fchlen unterhalb der G\u00fcrtellinie, und da\u00df man damit ganze Hallen f\u00fcllen kann, geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Geheimnissen der Gegenwart.<\/p>\n<p>Satirische Geschmacklosigkeiten \u00fcber den christlichen Glauben gibt es (in Wort und Bild) seit langem wie Sand am Meer (man denke nur an das uns\u00e4gliche <em>Titanic-<\/em>Titelbild \u00fcber Papst Benedikt vor zwei Jahren). Fast niemand regt sich mehr dar\u00fcber auf, und das hat auch sein Gutes, denn Aufmerksamkeit und &#8222;Skandal&#8220; (und nat\u00fcrlich mehr verkaufte Auflage!) ist alles, was solche Provokateure wollen, und die gr\u00f6\u00dfte Strafe, die ihnen widerfahren kann, ist: Mi\u00dfachtung und Stillschweigen.<\/p>\n<p><em>Stell dir vor, einer will auf Biegen und Brechen provozieren &#8211; und keiner beachtet ihn. Das ist die H\u00f6chststrafe!<\/em><\/p>\n<p>In einer freien Gesellschaft hat man eben auch die Freiheit, geschmacklos zu sein. Man darf ungestraft dummes Zeug reden. Das ist nicht immer sch\u00f6n, es ist auch oft ungerecht, und manchmal tut es richtig weh. Aber wer das nicht ertr\u00e4gt, ist noch nicht in der Gegenwart angekommen &#8211; so wie der Herr Toka aus Osnabr\u00fcck. Vom Todesurteil gegen Salman Rushdie \u00fcber die \u00fcblen Mordversuche an den d\u00e4nischen Karikaturisten bis zur Klage gegen Dieter Nuhr &#8211; da flie\u00dft unter Muslimen ein breiter Strom, der jedes Lachen, jede Satire gegen die eigene Religion, ja sogar gegen die haarstr\u00e4ubendsten Ausw\u00fcchse und Verbrechen dieser Religion unter Strafe stellen will. Vom Prozessieren bis zur Todesdrohung: jedes Mittel ist ihnen recht, um dem Islam eine Sonderstellung zu verschaffen. \u00dcber alles und jeden darf man lachen &#8211; aber nicht \u00fcber den Islam.<\/p>\n<p>Manche Kabarettisten haben die Schere schon im Kopf, und die Sorge um die eigene k\u00f6rperliche Unversehrtheit ist ja nicht ganz unbegr\u00fcndet. Dagegen kann man letztlich nur angehen, indem man die Schere schleunigst entfernt &#8211; und mit dem Islam genauso umgeht wie mit allen anderen Religionen.<\/p>\n<p>Der Islam ist ja am Ende nichts anderes als eben: <em>nur eine von vielen Religionen<\/em>. Einen Anspruch auf Sonderbehandlung, auf eine ganz besondere R\u00fccksichtnahme gegen\u00fcber den anderen Religionen hat er nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was darf Satire? Das ist eine alte Frage, die niemand endg\u00fcltig beantworten kann. Man kann wunderbar dar\u00fcber streiten, aber an einem Ort sollte man nicht dar\u00fcber streiten: vor Gericht. 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