{"id":11771,"date":"2014-08-17T13:33:07","date_gmt":"2014-08-17T11:33:07","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=11771"},"modified":"2014-08-17T13:33:07","modified_gmt":"2014-08-17T11:33:07","slug":"peter-scholl-latour-%e2%80%a0","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=11771","title":{"rendered":"Peter Scholl-Latour \u2020"},"content":{"rendered":"<p>Er geh\u00f6rte zur alten Garde des deutschen Journalismus &#8211; allenfalls Gerd Ruge kann es unter den Lebenden noch mit ihm aufnehmen. Beide sind journalistisches Urgestein, sie haben ihre Arbeit noch in der Nachkriegszeit begonnen, und beide sind in ihrem Beruf mit jedem Lebensjahr besser geworden. Woran das liegt?<\/p>\n<p>Auch an der Freiheit, die das Alter schenkt.<\/p>\n<p>Gerade Journalisten sind ja oft sehr abh\u00e4ngig &#8211; von der Zeitung, f\u00fcr die sie arbeiten, oder von ihrem Sender. Oft ist eine bestimmte Meinung, eine journalistische Richtung vorgegeben. Nur wenigen gelingt es, ihre geistige Freiheit zu bewahren. Aber im Alter k\u00f6nnten sie &#8211; eigentlich! &#8211; alles sagen, was sie sagen wollen.<\/p>\n<p>Trotzdem tun\u00a0 das nur wenige.<\/p>\n<p>Peter Scholl-Latour hat sich diese Freiheit genommen. Gerade in den letzten Jahren hat er in den Talkshows v\u00f6llig unverbl\u00fcmt geredet. So unverbl\u00fcmt, da\u00df es bisweilen fast ein bi\u00dfchen grob gewirkt hat (&#8222;das ist doch Quatsch, was Sie da sagen!&#8220;), und nat\u00fcrlich war man auch nicht mit allem, was er seinen Gespr\u00e4chspartnern an den Kopf geworfen hat, inhaltlich einverstanden. Aber wer von seinen Kollegen hatte eine solche journalistische Erfahrung wie er? Wer hat sie so knapp und pr\u00e4zise \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Scholl-Latour ist am Ende entschiedener, aber auch leiser geworden. Seine Antworten waren &#8211; anders als fr\u00fcher &#8211; oft kurz und lakonisch. Das hat man seit langem auch an unserem Altkanzler Helmut Schmidt beobachten k\u00f6nnen, der auf viele Fragen (zur Entt\u00e4uschung des jeweiligen Interviewers) knapp und biblisch nur noch mit Ja oder Nein antwortet.<\/p>\n<p>Das Labern \u00fcberlassen die Alten den Jungen &#8211; die haben es offenbar n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Wird es Journalisten wie Ruge oder Scholl-Latour auch in der Zukunft geben? Viele meinen ja, da\u00df sie einer aussterbenden Art angeh\u00f6ren. Aber so pessimistisch bin ich gar nicht. Wenn man eine Zeitung wie die <em>Frankfurter Allgemeine <\/em>liest, merkt man, was f\u00fcr ein journalistisches Niveau auch bei den Schreibern j\u00fcngeren und mittleren Alters herrscht. Und auch im Rundfunk und bei den \u00f6ffentlich-rechtlichen Sendern gibt es erstaunlich viele gute und seri\u00f6se Journalisten.<\/p>\n<p>Die Talente sind also da &#8211; das Problem ist nur: man wuchert nicht mit dem Pfund, das man hat. Die meisten der Talente (zum Beispiel die Auslandskorrespondenten) versteckt man im Nachtprogramm, als ob man sich ihrer sch\u00e4me. Dabei sollte man sich eher des Programms sch\u00e4men, das man dem Zuschauer &#8222;zur besten Sendezeit&#8220; anbietet. Da setzt neuerdings, gerade in den Dritten Programmen, ein Wettkampf um den schlechtesten Geschmack und die (in jeder Hinsicht) billigste Sendung ein.<\/p>\n<p>Aber trotzdem: wir haben, gerade durch die \u00f6ffentlich-rechtliche Struktur des Fernsehens, in Deutschland immer noch eine F\u00fclle guter Journalisten. Die Aussichten, da\u00df es unter ihnen auch immer einmal wieder einen Ruge oder einen Scholl-Latour geben wird, stehen also gar nicht so schlecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er geh\u00f6rte zur alten Garde des deutschen Journalismus &#8211; allenfalls Gerd Ruge kann es unter den Lebenden noch mit ihm aufnehmen. Beide sind journalistisches Urgestein, sie haben ihre Arbeit noch in der Nachkriegszeit begonnen, und beide sind in ihrem Beruf &hellip; <a href=\"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=11771\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,12,15,9],"tags":[],"class_list":["post-11771","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fernsehen","category-politik","category-sonstiges","category-die-deutsche-sprache"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11771"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11771\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11777,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11771\/revisions\/11777"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/antibarbarus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}