{"id":11512,"date":"2014-07-02T18:08:35","date_gmt":"2014-07-02T16:08:35","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=11512"},"modified":"2014-07-02T18:19:21","modified_gmt":"2014-07-02T16:19:21","slug":"vatermutterkind-war-gestern-meint-die-konrad-adenauer-stiftung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=11512","title":{"rendered":"&#8222;Vater\/Mutter\/Kind&#8220; war gestern &#8211; meint die Konrad-Adenauer-Stiftung"},"content":{"rendered":"<p>Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die Konrad-Adenauer-Stiftung auf den Kurs der Merkelschen Beliebigkeit einschwenkt, oder besser: auf den Zug der Zeit aufspringt.<\/p>\n<p>Die Kanzlerin der Beliebigkeit ist &#8211; in gewisser Weise &#8211; ein Faszinosum. Sie durchtr\u00e4nkt ihre Partei mit Baldriantropfen, sie sediert sie auf eine geradezu pflanzliche Weise. Alles um sie herum wird still und brav, eine ungeheure Schl\u00e4frigkeit umf\u00e4ngt die Partei.<\/p>\n<p>Und: sie ist eine Meisterin des Synkretismus! Sie ist a bisserl gr\u00fcn, a bisserl liberal, a bisserl sozial, a bisserl links, sie ist sogar (aber nur, wenn es unbedingt sein mu\u00df!) auch a bisserl konservativ. Mit einem Wort: sie ist alles und nichts. Man kann die Kanzlerin nicht fassen, sie ist glitschig und rutscht einem aus der Hand wie ein St\u00fcck Seife.<\/p>\n<p>Ihr wahres Reich ist das Sammelsurium. Sie bedient sich \u00fcberall und an allem &#8211; aber auch darin gehorcht sie (populistisch, wie sie ist!) dem Geist der Zeit. Heute ist man ja auch nicht mehr katholisch oder evangelisch, heute bastelt man sich aus allen Religionen der Welt eine eigene Privatreligion zusammen: so entsteht aus Christentum und Buddhismus, aus Astrologie und Kabbala, aus Franziskus und Dalai Lama eine pers\u00f6nliche Melange, die keinem Wahrheitskriterium mehr standhalten mu\u00df. Alles flie\u00dft, alles ist beliebig, alles ist eins.<\/p>\n<p>Also war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die eigentlich konservative Konrad-Adenauer-Stiftung vom traditionellen Familienbegriff verabschiedet. Anla\u00df war eine repr\u00e4sentative Umfrage der Stiftung zur Familie, und selbst die <a title=\"S\u00fcddeutsche Zeitung\" href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/studie-der-adenauer-stiftung-ueber-familienpolitik-vatermutterkind-war-gestern-1.2022065\">S\u00fcddeutsche Zeitung<\/a> reibt sich verwundert die Augen: denn nun fordert<\/p>\n<blockquote><p>ausgerechnet die Konrad-Adenauer-Stiftung von der Politik, keine Leitbilder mehr vorzugeben &#8211; und bricht so mit allem, was Konservativen heilig ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Da m\u00f6gen nun die fortschrittlichen Menschen jauchzen und jubilieren, denn sie jauchzen und jubilieren immer, wenn der &#8222;traditionellen Kleinfamilie&#8220; ein Hieb versetzt wird (das war schon bei Marx und Engels so). Wenn man aber genauer hinschaut, ist dieser Sieg \u00fcber die verha\u00dfte Kleinfamilie ein armseliges Ding. Es verh\u00e4lt sich damit wie folgt: was nur aus Not und Mangel geboren ist, wird zum Modell hochgejubelt.<\/p>\n<p>Ist es denn sch\u00f6n, wenn Ehen zerbrechen und nur noch einsame, verbitterte Menschen \u00fcbrigbleiben? Nein, das ist \u00fcberhaupt nicht sch\u00f6n. Aber es passiert. Und wenn Alleinerziehende mit Beruf und Kinderbetreuung zurechtkommen m\u00fcssen, ist das etwa angenehm? \u00dcberhaupt nicht. Aber es passiert. Meine Frage ist jetzt nur: wenn solche famili\u00e4ren Katastrophen geschehen, gibt es dann f\u00fcr vern\u00fcnftige Menschen irgendeinen Grund, das Ergebnis dieser schmerzlichen Ereignisse zum gesellschaftlichen Modell zu stilisieren? Nein, dazu gibt es nicht den geringsten Grund &#8211; und doch geschieht es. In einem Milieu, das links, gr\u00fcn und fortschrittlich ist, bem\u00fcht man sich eifrig, die Folgen solcher Katastrophen mit blumigen Begriffen zu verniedlichen: ob Regenbogen oder Patchwork, da wird alles, was den Menschen oft traumatisiert hinterl\u00e4\u00dft, zum Modell einer neuen, bunten Gesellschaft.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, da\u00df diese herbeigelogene Farbigkeit die betroffenen Menschen wirklich tr\u00f6stet. Ich glaube eher, da\u00df hier Ideologen am Werke sind, denen die menschlichen Schicksale herzlich gleichg\u00fcltig sind, weil es ihnen im Grunde gar nicht um die Menschen, sondern um die eigene Ideologie und um ihren Kampf gegen die &#8222;traditionelle Familie&#8220; geht.<\/p>\n<p>Es ist mehr als verst\u00e4ndlich, da\u00df die betroffenen Menschen gern auf so oberfl\u00e4chlichen Trost hereinfallen. Aber die meisten von ihnen ahnen, da\u00df ihr Schmerz dadurch nicht gelindert wird. Das zeigt gerade die Befragung von Frauen durch die Konrad-Adenauer-Stiftung. Junge Frauen seien &#8222;zerrissen wie nie zuvor&#8220;, hei\u00df es da. Norbert Schneider, der Autor der Studie, folgert:<\/p>\n<blockquote><p>Es gibt keine positiv besetzten Familienleitbilder in Deutschland.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, das h\u00e4tten sie gern, die Ideologen aus dem fortschrittlichen Milieu. Alles so sch\u00f6n bunt hier! Da\u00df sich aber so viele Menschen nach einer gelungenen Ehe, nach einer intakten Familie &#8211; eben mit &#8222;Vater\/Mutter\/Kind&#8220; &#8211; sehnen, das verschweigen sie, weil es nicht in ihre Ideologie pa\u00dft.<\/p>\n<p>Norbert Schneider geht in seiner &#8222;Expertise&#8220; weit \u00fcber die blo\u00dfe Interpretation der Umfrage hinaus:<\/p>\n<blockquote><p>Die derzeitige Familienpolitik sei in hohem Ma\u00dfe zu einseitig an der Ehe orientiert, sie biete oft keine Hilfe bei durch Br\u00fcche gekennzeichneten Familienbiografien. Das alles sei nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was f\u00fcr eine Logik! Nur weil es in Ehen &#8222;Br\u00fcche&#8220; gibt (die hat es seit tausend Jahren gegeben, lieber Herr Schneider &#8211; bitte einfach einmal die gro\u00dfen Romane der Weltliteratur lesen!), nur deshalb soll man sich also in der Politik nicht mehr am Leitbild Ehe orientieren?<\/p>\n<p>Menschen k\u00f6nnen immer scheitern: im Berufsleben, in ihrer Lebensplanung und selbstverst\u00e4ndlich in ihren Beziehungen. Was hat das mit dem Leitbild Ehe oder dem Leitbild Familie zu tun? Man sieht \u00fcberdeutlich, da\u00df die moderne Beliebigkeitsideologie (nur keine Leitbilder!) nun auch die Konrad-Adenauer-Stiftung erreicht hat. Warum sich die Mitglieder und W\u00e4hler der CDU das alles bieten lassen, ist mir ein R\u00e4tsel.<\/p>\n<p>Die Familienpolitik, sagt Schneider,<\/p>\n<blockquote><p>sollte keine Leitbilder vorgeben, sondern die Vielfalt des Familienlebens und der dahinter stehenden Leitbilder vorbehaltlos\u00a0akzeptieren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, ja &#8211; alles akzeptieren, vorbehaltlos, alternativlos, unumkehrbar! Vor allem die <em>Vielfalt<\/em>! Es gibt f\u00fcr einen fortschrittlichen Menschen nichts Sch\u00f6neres als die Vielfalt &#8211; vor allem die sexuelle Vielfalt. Die bringt man in Kretschmannland demn\u00e4chst schon den kleinen Schulkindern bei, und den Erwachsenen bleut man Patchwork und Regenbogen und die Freuden des Alleinerziehens ein. Alles ist n\u00e4mlich sch\u00f6ner als die ekelhafte, historisch \u00fcberholte Kleinfamilie.<\/p>\n<p>So weit geht die Liebe zur Vielfalt beim fortschrittlichen Menschen n\u00e4mlich nicht, da\u00df er auch die &#8222;traditionelle Familie&#8220; als Teil der Vielfalt akzeptieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wei\u00dft du, lieber Leser, was mich beruhigt? Da\u00df es die &#8222;traditionelle Ehe&#8220; und die &#8222;traditionelle Familie&#8220; &#8211; eben weil sie zu den gr\u00f6\u00dften Errungenschaften der menschlichen Kultur geh\u00f6ren! &#8211; noch geben wird, wenn die Patchwork-Ideologen schon l\u00e4ngst vergessen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die Konrad-Adenauer-Stiftung auf den Kurs der Merkelschen Beliebigkeit einschwenkt, oder besser: auf den Zug der Zeit aufspringt. Die Kanzlerin der Beliebigkeit ist &#8211; in gewisser Weise &#8211; ein Faszinosum. 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