{"id":11360,"date":"2014-06-01T12:42:10","date_gmt":"2014-06-01T10:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=11360"},"modified":"2014-06-01T12:42:10","modified_gmt":"2014-06-01T10:42:10","slug":"unfassbar-dummes-von-erdogan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=11360","title":{"rendered":"Unfa\u00dfbar Dummes von Erdogan"},"content":{"rendered":"<p>Der t\u00fcrkische Ministerpr\u00e4sident, der im Innern immer autorit\u00e4rer und brutaler herrscht, soll am Donnerstag, dem Jahrestag der Eroberung von Konstantinopel, laut <em>Welt<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article128593930\/Demonstrieren-darf-nur-wer-Erdogan-unterstuetzt.html\">hier<\/a> nachzulesen) folgendes gesagt haben:<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #222222;\">Eroberung sei wichtig, und die Eroberung Istanbuls 1453 sei eine &#8222;\u00d6ffnung&#8220; gewesen. Eroberung, so sagte er, sei nie Aggression, wenn sie von Muslimen ausgehe, sondern &#8222;Selbstverteidigung&#8220; gegen &#8222;Unterdr\u00fcckung&#8220;.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn dieses Zitat wirklich stimmt, dann ist es das Unversch\u00e4mteste und zugleich D\u00fcmmste, was man je von Erdogan geh\u00f6rt hat (und das war schon einiges).<\/p>\n<p>Unversch\u00e4mt, weil er damit die Geschichte bewu\u00dft und von Grund auf verf\u00e4lscht, denn so wie der Islam schon in den ersten Jahrhunderten allein mit Feuer und Schwert verbreitet wurde, so war auch die Eroberung von Konstantinopel nichts anderes als eine <em>ganz\u00a0gew\u00f6hnliche\u00a0Eroberung<\/em>. Ihr folgten noch viele osmanische Raubz\u00fcge, die bis an den Rand Mitteleuropas heranreichten. Der ganze Balkan litt jahrhundertelang unter der osmanischen Herrschaft, die jede Entwicklung unm\u00f6glich machte und die ganze Halbinsel bis ins 20. Jahrhundert hinein in l\u00e4hmende Lethargie versetzte. Manche L\u00e4nder leiden noch heute darunter.<\/p>\n<p>Dumm, ja geradezu absurd sind Erdogans Bemerkungen, weil sie mit einem Kunstgriff aus muslimischen Eroberungen\u00a0<em>per se <\/em>Akte der Selbstverteidigung gegen &#8222;Unterdr\u00fcckung&#8220; machen. Wer um Himmels willen hat denn im 15. Jahrhundert die osmanischen Sultane &#8222;unterdr\u00fcckt&#8220;, so da\u00df sie sich &#8222;verteidigen&#8220; mu\u00dften? Byzanz, dessen Reich schon vorher bis auf einen kleinen Rest zusammengeschmolzen war, bestimmt nicht.<\/p>\n<p>Nein, es waren die Osmanen selbst, die mit ihren Eroberungsz\u00fcgen die V\u00f6lker in Angst und Schrecken versetzten. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzte, vermutlich durch die lange und ungef\u00e4hrdete Herrschaft, eine Art satter Tr\u00e4gheit ein, die den unterdr\u00fcckten V\u00f6lkern auf dem Balkan die Gelegenheit bot, sich nach und nach von der osmanischen Herrschaft zu befreien. Die Griechen waren \u00fcbrigens die ersten, denen es mit ein bi\u00dfchen Hilfe durch die europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte gelang, zumindest auf einem kleinen Teil ihres heutigen Staatsgebiets die T\u00fcrken niederzuringen und ein freies Griechenland auszurufen.<\/p>\n<p>Was Erdogan sagt, ist also nichts anderes als eine haarstr\u00e4ubende Geschichtsklitterung: es ist die nachtr\u00e4gliche Rechtfertigung einer blutigen Eroberungspolitik. Erdogan will sich durch die Verf\u00e4lschung der Vergangenheit selbst in die Tradition der als heldenhaft\u00a0 verkl\u00e4rten osmanischen Sultane stellen.<\/p>\n<p>Ob er das freilich erreicht, wenn er mit einer Heermacht von 25.000 Polizisten und mehr als 50 Wasserwerfern \u00fcber eine Schar von ein paar hundert Demonstranten herf\u00e4llt, wollen wir an dieser Stelle nicht weiter kommentieren.\u00a0 \u00a0 <em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der t\u00fcrkische Ministerpr\u00e4sident, der im Innern immer autorit\u00e4rer und brutaler herrscht, soll am Donnerstag, dem Jahrestag der Eroberung von Konstantinopel, laut Welt (hier nachzulesen) folgendes gesagt haben: Eroberung sei wichtig, und die Eroberung Istanbuls 1453 sei eine &#8222;\u00d6ffnung&#8220; gewesen. 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