{"id":10413,"date":"2014-02-10T01:02:34","date_gmt":"2014-02-10T00:02:34","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=10413"},"modified":"2014-02-10T01:02:34","modified_gmt":"2014-02-10T00:02:34","slug":"was-ist-eigentlich-so-schlimm-an-der-schweizer-volksabstimmung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=10413","title":{"rendered":"Was ist eigentlich so schlimm an der Schweizer Volksabstimmung?"},"content":{"rendered":"<p>In allen Medien pr\u00fcgelt man jetzt (wie damals bei den Minaretten) auf die armen Schweizer ein. Dabei wollen sie doch nur &#8211; Schweizer bleiben.<\/p>\n<p>Da\u00df die europ\u00e4ischen Nationen jeweils ganz eigene Identit\u00e4ten haben, das darf man offenbar heute nicht mehr erw\u00e4hnen. Es herrscht eine Art Sprachregelung: wir haben gef\u00e4lligst Europ\u00e4er zu sein, basta! Aber das ist, anders als das <em>wirkliche\u00a0<\/em>Europa,\u00a0nur ein ideologisches Konstrukt, denn gerade die Vielfalt, die Verschiedenheit ist die St\u00e4rke Europas. Jeder Staat unseres Kontinents hat seine eigenen Traditionen, seine eigene Kultur, seine unverwechselbare Geschichte. Das ist nicht schlimm, im Gegenteil: es ist ein Gewinn, und f\u00fcr die europ\u00e4ische Kultur ist es ein wahrer Segen.<\/p>\n<p>Die politische Doktrin, die aus diesen alten Nationen auf b\u00fcrokratischem Weg ein &#8222;einiges&#8220; Europa, einen Bundesstaat machen will, ist zum Scheitern verurteilt. Gerade die erweiterte EU beweist, da\u00df in gro\u00dfen Zusammenschl\u00fcssen, die ja fast immer <em>ohne\u00a0<\/em>Volksbefragungen durchgesetzt werden, eher die zentrifugalen Kr\u00e4fte zunehmen. Die uferlose Ausweitung der EU hat dem europ\u00e4ischen Gedanken mehr geschadet als alle europ\u00e4ischen Stammtische zusammen.<\/p>\n<p>Warum soll nicht jedes Land seine Identit\u00e4t, seine Seele behalten? Und: warum soll es nicht auch seine Souver\u00e4nit\u00e4t behalten? Da\u00df die einzelnen Staaten immer mehr von dieser Souver\u00e4nit\u00e4t preisgeben m\u00fcssen, da\u00df sie sich immer \u00f6fter von der nur schwach legitimierten Br\u00fcsseler Zentrale wie unm\u00fcndige Kinder behandeln lassen m\u00fcssen: auch das schadet dem europ\u00e4ischen Gedanken.<\/p>\n<p>Da\u00df \u00fcber die Einwanderung ins eigene Land der Souver\u00e4n selbst entscheidet, ist doch eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Und da\u00df es bei der Zahl der Einwanderer eine Schwelle gibt (wenn man die auch nicht unbedingt genau beziffern kann), die nicht \u00fcberschritten werden sollte, eben weil sonst die nationale Identit\u00e4t Schaden nimmt, das liegt f\u00fcr mich auf der Hand. Alles, was eine Nation ausmacht, dieses feine Gespinst aus Kultur und Geschichte, aus guten und schlechten Gewohnheiten, die man schon als Kind in sich aufgenommen hat, und der eigenen Sicht auf die Welt, die jedes Volk hat &#8211; das alles will man doch behalten! Nicht im Sinne eines starren Festhaltens, <em>weil es schon immer so war<\/em>, sondern weil es das ausmacht, was man <em>Heimat\u00a0<\/em>nennt.<\/p>\n<p>Jetzt h\u00f6rt man in den politischen Kreisen wieder, gerade im Zusammenhang mit der Schweizer Abstimmung, die \u00fcblichen Verdikte: Stammtisch, Populismus, rechtes Gedankengut. Aber in Wirklichkeit sorgt gerade die linksgr\u00fcne Ideologie, die alle Unterschiede der europ\u00e4ischen Nationen <em>auf b\u00fcrokratischem Wege<\/em>\u00a0niederb\u00fcgeln will, die einer schrankenlosen Einwanderung das Wort redet, die &#8211; mit einem Wort &#8211; in einer Art europ\u00e4ischem Wolkenkuckucksheim lebt, in einem luftleeren und k\u00f6rperlosen Europa &#8211; in Wirklichkeit also sorgt gerade diese blasse Ideologie daf\u00fcr, da\u00df sich die gro\u00dfen Parteien gar nicht mehr trauen, \u00fcber dieses wichtige Thema offen zu sprechen. Die Ideologie mit ihren Tabus und Sprachregelungen schafft sich ihre Stammtische und ihren Rechtspopulismus selbst.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen: alle gro\u00dfen Einwanderungsl\u00e4nder &#8211; die USA, Kanada, Australien etwa &#8211; reglementieren seit jeher den Zustrom, und niemand hat ihnen deshalb je Populismus oder Diskriminierung unterstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In allen Medien pr\u00fcgelt man jetzt (wie damals bei den Minaretten) auf die armen Schweizer ein. Dabei wollen sie doch nur &#8211; Schweizer bleiben. 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