{"id":10387,"date":"2014-02-08T23:55:48","date_gmt":"2014-02-08T22:55:48","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=10387"},"modified":"2014-02-09T11:50:26","modified_gmt":"2014-02-09T10:50:26","slug":"deutschland-kaputt-jetzt-kommen-auch-noch-die-monstertrassen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=10387","title":{"rendered":"Deutschland kaputt &#8211; jetzt kommen auch noch die Monstertrassen!"},"content":{"rendered":"<p>Es wird wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dfte Landschaftsvernichtung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg: der Bau der Monstertrassen quer durch unser sch\u00f6nes Land. Schon die Windkraftanlagen &#8211; auch sie Monster <em>sui generis<\/em> &#8211; haben \u00fcberall die bewaldeten Mittelgebirge als Orte der Erholung und als Lebensraum f\u00fcr Tiere schwer gesch\u00e4digt und zum Teil g\u00e4nzlich zerst\u00f6rt. Die neuen Gleichstromtrassen, die ja nur einen Teil des gesamten Trassenausbaus bilden, werden unseren sch\u00f6nen Mittelgebirgen den Rest geben. Die Dimensionen des ganzen Projekts (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article124661939\/Durch-neue-Stromautobahnen-droht-Enteignungswelle.html#disqus_thread\">hier<\/a> nachzulesen) \u00fcbersteigen die menschliche Vorstellungskraft:<\/p>\n<blockquote><p>In den n\u00e4chsten Jahren wollen die Betreiber von Hochspannungsnetzen 2800 Kilometer neue Stromautobahnen fl\u00e4chendeckend durch Deutschland ziehen und weitere 2900 Kilometer aufr\u00fcsten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die l\u00e4ngste von ihnen nennt sich &#8222;Sued.Link-Trasse&#8220; und soll einmal, von Norddeutschland bis nach Bayern, ca. 800 km lang werden.<\/p>\n<p>Jetzt k\u00f6nnte es sein, da\u00df jemand denkt: Hochspannungsleitungen haben wir doch auch jetzt schon, so schlimm sind die doch gar nicht. Aber vergessen Sie alles, was Sie bisher dar\u00fcber wu\u00dften. Mit den guten alten Hochspannungstrassen, wie wir sie gew\u00f6hnt sind, haben diese jede Landschaft brutal zerst\u00f6renden Schneisen nichts mehr zu tun.<\/p>\n<p>Jeder einzelne Mast soll etwa 70 m hoch sein &#8211; das entspricht, wenn man von ca. 3 m H\u00f6he pro Etage ausgeht, einem Hochhaus mit 23 Stockwerken! Und die Breite der Trasse betr\u00e4gt mindestens 1 km (!), wird aber h\u00f6chstwahrscheinlich noch gr\u00f6\u00dfer werden. Ich verweise auf einen Bericht in der Pegnitz-Zeitung, dort hat Andreas Preu\u00df, der Sprecher des Netzbetreibers Amprion, erkl\u00e4rt, seine Gesellschaft habe f\u00fcrs erste &#8222;nur einen etwa 1000 Meter breiten Korridor festgelegt&#8220;. Diese gewaltigen Schneisen, werden \u00fcber Felder, W\u00e4lder und Autobahnen gehen und Deutschland brutal in mehrere Teile zerschneiden.<\/p>\n<p>Buchst\u00e4blich nichts wird in unserem Land mehr so sein, wie es einmal war.<\/p>\n<p>Es wird ein Leben zwischen Monsterwindr\u00e4dern und Monstertrassen sein. Die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich um ihre Heimat k\u00fcmmern, die (ohne Lobby!) alte Fachwerkh\u00e4user und gewachsene Natur- und Kulturlandschaften pflegen und um den Erhalt von W\u00e4ldern k\u00e4mpfen &#8211; sie alle stehen dann auf verlorenem Posten.<\/p>\n<p>Die Ingenieure ergreifen die Macht.<\/p>\n<p>Sie haben kein Gesp\u00fcr f\u00fcr die urspr\u00fcngliche Sch\u00f6nheit der Natur, sie lieben allein, was technisch machbar ist (man denke nur an Kretschmanns &#8222;sch\u00f6ne Maschinen&#8220;!). Wie wichtig eine von technischen Anlagen unber\u00fchrte Natur f\u00fcr die menschliche Seele ist, das ist ein Gedanke, der ihnen v\u00f6llig fremd ist &#8211; und diese Ingenieursmentalit\u00e4t hat inzwischen auch fast alle Naturschutzverb\u00e4nde (zumindest ihre Funktion\u00e4re) ergriffen. BUND, Nabu und wie sie alle hei\u00dfen &#8211; sie haben nicht die geringste Lust mehr, die Natur vor der Windkraftlobby zu sch\u00fctzen, im Gegenteil: sie reden wie die Lobby, sie handeln wie die Lobby, sie sind selbst zur Lobby der Windkraft geworden und blenden alle anderen Aspekte der Natur, die doch jahrzenhntelang der Grund ihres Handelns waren, v\u00f6llig aus.<\/p>\n<p>Es geht nur noch um die Energie, nicht mehr um die Natur.<\/p>\n<p>Mu\u00df man deshalb verzweifeln? Noch nicht.<\/p>\n<p>&#8222;Schon jetzt zittern Politiker und Netzbetreiber vor dem Zorn der B\u00fcrger&#8220;, liest man in der Presse. Denn die neuen Trassen werden alle H\u00e4user in ihrer N\u00e4he praktisch wertlos machen, auf jeden Fall unverk\u00e4uflich. Es gibt in Deutschland bei Gleichstromtrassen keine gesetzlichen Mindestabst\u00e4nde, deshalb &#8211; so der Sprecher von Amprion &#8211; geht man erst einmal von einem Abstand von je 35 Metern (!) auf beiden Seiten aus.<\/p>\n<p>Wer wird schon ein Haus in der N\u00e4he einer solchen Monstertrasse kaufen? Wer wird da eine Wohnung beziehen? Und wer m\u00f6chte da wohnen bleiben? Diese Entwertung privaten Eigentums, die einer Enteignung\u00a0 gleichkommt, interessiert keinen Lobbyisten der Windkraft, auch nicht die politische Klasse, die doch sonst so vehement das Recht auf Eigentum verteidigt. Der Sprecher von Amprion sagt dreist, bei Ber\u00fccksichtigung der Schwingungen &#8222;k\u00f6nne theoretisch auch direkt unter der Trasse gebaut werden&#8220;. Man sollte, aber das nur nebenbei, die Bef\u00fcrworter, Nutznie\u00dfer und Bauer dieser Trassen gesetzlich dazu zwingen, bis an ihr Lebensende mit ihren Familien direkt an oder unter der Trasse zu wohnen.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeiten, sich gegen die Willlk\u00fcrma\u00dfnahmen des Staates zur Wehr zu setzen, werden schon jetzt immer mehr beschnitten. Gerade die Gr\u00fcnen, die bei Gro\u00dfprojekten wie <em>Stuttgart 21<\/em> vehement f\u00fcr B\u00fcrgerbeteiligung eingetreten sind, helfen jetzt kr\u00e4ftig mit, diese Mitsprache da, wo sie ihnen nicht in den Kram pa\u00dft, zu erschweren. Sie denunzieren die Gegner der verh\u00e4ngnisvollen &#8222;Energiewende&#8220; als Spie\u00dfb\u00fcrger, die nur ihren Besitzstand wahren wollen. \u00dcber Sinn und Unsinn der &#8222;Energiewende&#8220; soll nicht mehr grunds\u00e4tzlich diskutiert werden &#8211; das w\u00e4re ja noch sch\u00f6ner, wenn Hinz und Kunz kl\u00fcger sein wollten als SPD, Gr\u00fcne, Linke und Merkel zusammen! Nein, das alles ist f\u00fcr sie, und zwar aus niedrigen Beweggr\u00fcnden,\u00a0<em>unumkehrbar <\/em>und <em>alternativlos. <\/em>B\u00fcrgerprotest ist zwar herzlich willkommen &#8211; aber nur, wenn er im Sinne der gr\u00fcnen Ideologie ausf\u00e4llt!<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen also damit rechnen, da\u00df die Mitsprache der B\u00fcrger, gerade beim Bau der gigantischen Stromtrassen, noch viel weiter eingeschr\u00e4nkt wird, als es heute schon der Fall ist. Klar, man wird \u00fcberall sogenannte Informationsveranstaltungen einberufen, aber nicht etwa, um dann auf die Meinung der B\u00fcrger zu h\u00f6ren, sondern nur, um die Menschen auf Linie zu bringen und dabei den <em>Anschein\u00a0<\/em>von echter Beteiligung zu erwecken.\u00a0Man wird sie wie geistig Unm\u00fcndige behandeln, die in ihrer Unwissenheit nicht verstehen, wie gut und segensreich die &#8222;Energiewende&#8220; f\u00fcr sie ist. Und wenn sie nicht parieren, wird man rechtliche Mittel ergreifen, um jeden Widerstand zu ersticken. Da\u00df es dabei zu einer Welle von Zwangsenteignungen zugunsten des angeblichen &#8222;Allgemeinwohls&#8220; kommen wird, vermutet auch der\u00a0Berliner Anwalt Peter Durinke (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article124661939\/Durch-neue-Stromautobahnen-droht-Enteignungswelle.html\">hier<\/a> nachzulesen).<\/p>\n<p>Es wird also, wie es Jasper von Altenbockum in der F.A.Z. genannt hat, zu einer &#8222;Planfeststellungsdemokratie&#8220; kommen, in der ein betroffener B\u00fcrger kaum mehr in der Lage ist, sich gegen die staatlichen Ma\u00dfnahmen\u00a0 zu wehren &#8211; man wird es ihm so schwer wie m\u00f6glich machen: undurchschaubar ist die Rechtslage bis dahin sowieso, der Ausgang bleibt ungewi\u00df, der Rechtsweg teuer.<\/p>\n<p>Der <em>Schein <\/em>der Mitsprache bleibt also bestehen, w\u00e4hrend die <em>faktische M\u00f6glichkeit <\/em>dazu ausgeh\u00f6hlt oder ganz beseitigt wird.<\/p>\n<p>Das ist in der Praxis, da es ja keine Parteien mehr gibt, die gegen die &#8222;Energiewende&#8220; sind, nichts anderes als eine f\u00fcrsorgliche Diktatur, die im Namen des <em>salut public <\/em>Widerspruch nicht mehr duldet.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16px;\">Aber wir brauchen die Natur heute mehr denn je: eine Natur ohne Beton und Stahl , ohne Technik, ohne Windr\u00e4der, ohne Strommasten. Wir k\u00f6nnen nicht gl\u00fccklich sein ohne den Trost, den sie uns spendet.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dfte Landschaftsvernichtung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg: der Bau der Monstertrassen quer durch unser sch\u00f6nes Land. 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