{"id":10307,"date":"2014-01-27T14:57:35","date_gmt":"2014-01-27T13:57:35","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=10307"},"modified":"2014-01-27T14:57:35","modified_gmt":"2014-01-27T13:57:35","slug":"prokon-dubiose-geschaefte-mit-dem-rumaenischen-wald","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=10307","title":{"rendered":"Prokon: Dubiose Gesch\u00e4fte mit dem rum\u00e4nischen Wald"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe schon im Oktober 2011 dringend vor einer Geldanlage in europ\u00e4ische (und erst recht in \u00fcberseeische!) W\u00e4lder gewarnt. &#8222;Wenn Sie die Natur und den Wald lieben \u2013 H\u00e4nde weg von diesen Waldfonds!&#8220;, habe ich damals geschrieben (<a title=\"hier\" href=\"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=2766\">hier<\/a> nachzulesen). Jetzt haben gleich mehrere Zeitungen dar\u00fcber berichtet, da\u00df die insolvente Fa. Prokon mit dem Geld ihrer Anleger im gro\u00dfen Stil W\u00e4lder im Norden Rum\u00e4niens aufgekauft hat &#8211; von bereits bezahlten 80 Millionen Euro ist die Rede, weitere 140 Millionen Euro f\u00fcr 43.000 Hektar Wald sollen vereinbart, aber durch irgendwelche dubiosen Probleme mit den rum\u00e4nischen Partnern nicht bezahlt worden sein.<\/p>\n<p>Wer sich auch nur ein bi\u00dfchen mit dem Wald auskennt, m\u00fc\u00dfte doch wissen, da\u00df es f\u00fcr Geldanleger kaum eine schlechtere Anlage gibt als den europ\u00e4ischen Wald. Er wird, zumindest hier in Mitteleuropa, immer noch vorbildlich bewirtschaftet &#8211; im Grunde ist unser Wald das einzige Beispiel f\u00fcr wirkliche Nachhaltigkeit. Das hei\u00dft hier n\u00e4mlich ohne Wenn und Aber: es wird immer nur soviel entnommen, wie nachwachsen kann. Nachhaltigkeit ist also das Gegenteil von Ausbeutung um des schnellen Gewinns willen. Jeder F\u00f6rster wei\u00df, da\u00df er nicht mehr leben wird, wenn die von ihm gepflanzten B\u00e4ume ausgewachsen sind. Er mu\u00df in Jahrzehnten und in Generationen denken. Wo gibt es das sonst noch? Parlamente und Regierungen arbeiten nur im 4- oder 5-Jahres-Rhythmus, wir Menschen denken oft nicht einmal an die n\u00e4chste Generation &#8211; aber die\u00a0 Forstverwaltung mu\u00df bei jeder Pflanzung \u00fcberlegen: wie wird zum Beispiel das Klima in 50 oder 100 Jahren sein? Darf ich \u00fcberhaupt noch Buchen pflanzen, die ein k\u00fchles, feuchtes Klima lieben, wenn es immer w\u00e4rmer wird? Ein Geldanleger, dem es um die Zinsen der n\u00e4chsten paar Jahre geht, kann da nur milde l\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Deshalb kann der Wald niemals zu einem Anlageobjekt werden. Wenn er den W\u00fcnschen der Anleger nach hoher Verzinsung und schnellem Geld widersteht, also\u00a0<em>wirklich<\/em> nachhaltig bleibt, lohnt sich eine Anlage nicht. Wenn er aber nach deren Bed\u00fcrfnissen ver\u00e4ndert wird, wenn also nur noch schnellwachsende und ertragreiche Baumarten angepflanzt werden, damit in m\u00f6glichst kurzer Zeit ein m\u00f6glichst hoher Gewinn erwirtschaftet werden kann, dann haben wir es eigentlich nicht mehr mit Wald, sondern mit Plantagen zu tun.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re das Ende einer jahrhundertelangen europ\u00e4ischen Forsttradition, die immer <em>alle<\/em> Funktionen des Waldes im Blick behalten hat: nat\u00fcrlich den Gewinn durch Holzverkauf, aber auch die wichtige Funktion als Ort der Ruhe und Erholung, und nicht zuletzt den Schutz von Klima und Natur.<\/p>\n<p>Den Anleger interessieren diese langfristigen Ziele nicht. Sein Motto ist: &#8222;Nach mir die Sintflut!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe schon im Oktober 2011 dringend vor einer Geldanlage in europ\u00e4ische (und erst recht in \u00fcberseeische!) 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