{"id":10214,"date":"2014-01-15T13:55:53","date_gmt":"2014-01-15T12:55:53","guid":{"rendered":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=10214"},"modified":"2014-01-16T07:43:55","modified_gmt":"2014-01-16T06:43:55","slug":"wunderbar-der-mord-wird-einfach-abgeschafft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/antibarbarus.de\/?p=10214","title":{"rendered":"Wunderbar &#8211; der Mord wird einfach abgeschafft!"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich schon immer im dunklen Tann oder in Parkh\u00e4usern gef\u00fcrchtet hat, kann aufatmen: ihm droht keine Gefahr mehr.<\/p>\n<p>Der Mord wird n\u00e4mlich abgeschafft.<\/p>\n<p>Jedenfalls fordern das der Deutsche Anwaltverein (DAV) und mehrere prominente Juristen. Statt der zwingenden Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag soll es bald nur noch einen einheitlichen <em>T\u00f6tungsparagraphen<\/em> geben, der dem Richter dann einen gro\u00dfen Ermessensspielraum einr\u00e4umt: n\u00e4mlich zwischen f\u00fcnf Jahren und Lebensl\u00e4nglich (die Einzelheiten sind <a title=\"hier\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/panorama\/strafrecht-reformtotschlag-drittes-reich-dav-anwaelte-wollen-mord-abschaffen-deutscher-anwaltverein-3_id_3540862.html\">hier<\/a> nachzulesen).<\/p>\n<p>Ich bin damit ganz und gar nicht einverstanden, denn der Unterschied zwischen Mord und Totschlag ist ausgesprochen vern\u00fcnftig. Gerade die gesetzlichen Kriterien f\u00fcr Mord leuchten mir ein.<\/p>\n<p>Der \u00a7 211 des Strafgesetzbuches lautet so:<\/p>\n<div id=\"gesetzestext\">\n<blockquote><p>(1) Der M\u00f6rder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.<\/p>\n<p>(2) M\u00f6rder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggr\u00fcnden, heimt\u00fcckisch oder grausam oder mit gemeingef\u00e4hrlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu erm\u00f6glichen oder zu verdecken, einen Menschen t\u00f6tet.<\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Den Anwaltverein st\u00f6rt offenbar vor allem, da\u00df ein M\u00f6rder ohne Wenn und Aber, also <em>ohne Ermessensspielraum des Richters<\/em>, mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft wird. Wer dem Richter durch die \u00c4nderung von \u00a7 211 einen gr\u00f6\u00dferen Ermessensspielraum einr\u00e4umen m\u00f6chte, kann also nur die M\u00f6glichkeit einer <strong>geringeren <\/strong>Strafe f\u00fcr den M\u00f6rder im Sinn haben.<\/p>\n<p>Das leuchtet mir nicht ein.<\/p>\n<p>Schon heute sind doch die Kriterien f\u00fcr eine Verurteilung als M\u00f6rder \u00e4u\u00dferst streng. Wer die Gerichtsurteile bei T\u00f6tungsdelikten aufmerksam verfolgt, wird l\u00e4ngst festgestellt haben, da\u00df die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der T\u00f6tungsdelikte heute aufgrund der Rechtslage als Totschlag eingestuft wird. Wer aber einen Menschen aus den im Absatz 2 genannten &#8222;niedrigen Beweggr\u00fcnden&#8220; t\u00f6tet, der sollte auch zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden, die ja &#8211; wie man hinzuf\u00fcgen mu\u00df &#8211; schon nach 15 Jahren enden kann, wenn keine besondere Schwere der Schuld festgestellt worden ist.<\/p>\n<p>Warum sollte man das \u00e4ndern?<\/p>\n<p>PS: In der Begr\u00fcndung zur geforderten Gesetzes\u00e4nderung kann man auch lesen, die derzeitige Rechtslage gehe &#8222;auf das Jahr 1941 &#8211; also auf die Nazis &#8211; zur\u00fcck.&#8220; Ich habe freilich noch keine Forderung nach R\u00fcckbau aller deutschen Autobahnen geh\u00f6rt, die ja bekannterma\u00dfen auch &#8222;auf die Nazis&#8220; zur\u00fcckgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich schon immer im dunklen Tann oder in Parkh\u00e4usern gef\u00fcrchtet hat, kann aufatmen: ihm droht keine Gefahr mehr. Der Mord wird n\u00e4mlich abgeschafft. 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